10.09.2026 09:42
Berlin (epd). Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), Jörg Eggers, sieht den Journalismus durch die Politik der Bundesregierung bedroht. "Die Bundesregierung ist aktuell dabei, die Handlungsmöglichkeiten der freien Presse radikal einzuschränken", sagte Eggers dem Mediendienst "turi2" (Donnerstag). "Es fehlt der Wille, uns faire Rahmenbedingungen zu schaffen und überhaupt anzuerkennen, dass wir diese brauchen." Die Leistung des Journalismus werde von vielen Politikern nicht mehr gesehen, "geschweige denn anerkannt".
Er habe den Eindruck, dass es keine Bereitschaft gebe, kritische Berichterstattung zu fördern, sagte Eggers. "Parallel hat man das Bild der AfD vor Augen, die über eigene Kanäle kommuniziert, wo eben keine kritischen Fragen gestellt werden."
"Unser Hauptproblem ist die Übermacht der Tech-Monopolisten", sagte der BDZV-Hauptgeschäftsführer. Hier brauche es dringend den Einsatz der Politik, damit Werbeerlöse für Inhalte auch bei den Verlagen ankommen. Zudem sei Deutschland bei der Presse im Vergleich zu vielen Nachbarländern "immer noch ein Hochsteuerland". Dringend nötig sei auch eine Novelle des Wettbewerbsrechts. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb überreguliere die Zusammenarbeit von Zeitungen, während die Macht digitaler Gatekeeper kaum eine Rolle spiele.
Weder Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen noch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schienen bereit, "zur Unterstützung europäischer Unternehmen und Werte strategisch und mutig voranzugehen", kritisierte Eggers. Daher brauche es Allianzen wie die Initiative "Demokratie braucht viele Stimmen", in der Verlage sowie Privat- und öffentlich-rechtliche Sender vom 14. bis 19. September gemeinsam für professionellen Journalismus werben. "Wenn das auch dazu führt, dass die Politik über die üblichen Sonntagsreden hinaus endlich ins Handeln kommt, wäre das ein wichtiger Meilenstein", so Eggers.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
nbl
Zuerst veröffentlicht 10.09.2026 11:42
Schlagworte: Medien, Presse, Verlag, Verbände
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