In Syrien verschleppter Journalist offenbar in Türkei ausgeliefert - epd medien

12.09.2026 13:10

Im Januar wurde der türkisch-kurdische Journalist Polad mit seiner deutschen Kollegin Eva Maria Michelmann in Syrien verschleppt. Nun ist er laut Unterstützern in die Türkei überstellt worden.

Frankfurt a.M. (epd). Der in Syrien gemeinsam mit seiner deutschen Kollegin Eva Maria Michelmann verschleppte kurdische Journalist Ahmet Polad ist nach Angaben von Unterstützern in die Türkei ausgeliefert worden. Die Initiative "Freiheit für Eva und Ahmet" verwies am Samstag auf entsprechende Informationen seines Vaters. Demnach befindet sich Polad in der Türkei in Haft.

Polads Vater sei am Freitag über die Auslieferung informiert worden und habe kurz Gelegenheit gehabt, seinen Sohn zu sehen, hieß es. Dabei habe Ahmet Polad erklärt, über acht Monate lang Folter ausgesetzt gewesen zu sein. Seit fünf Monaten sei er im Hungerstreik und befinde sich in einem "extrem abgemagerten und erschöpften Zustand".

Seit Januar verschwunden

Die Kölner Journalistin Michelmann und ihr türkisch-kurdischer Kollege Ahmet Polad waren nach dem Einmarsch der syrischen Übergangsregierung im nordsyrischen Rakka am 18. Januar verschwunden. Später wurde bekannt, dass sie in syrischen Gefängnissen festgehalten werden. Michelmann kam im Juni frei und konnte nach Deutschland zurückkehren.

Die Initiative "Freiheit für Eva und Ahmet" setzt sich weiter für die Freilassung Polads ein. Die türkische Regierung müsse die medizinische Behandlung des Journalisten gewährleisten und ihn "umgehend freilassen", forderte die Initiative. Den Angaben zufolge war der 1999 geborene Polad unter anderem für die linke türkische Nachrichtenagentur ETHA tätig.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

moe



Zuerst veröffentlicht 12.09.2026 15:10

Schlagworte: Syrien, Medien, Türkei

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