15.09.2026 12:23
Berlin (epd). Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die selbstkritischen Äußerungen aus der KI-Branche über Sicherheitsrisiken von Künstlicher Intelligenz (KI) begrüßt und sieht die Politik in der Pflicht zu handeln. "Wir müssen aufpassen, dass die KI nicht ungehindert durch die Kultur- und die Medienlandschaft ackert und diese damit zerstört", sagte Weimer dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Deswegen finde ich es gut, dass aus der Technologiebranche selbst jetzt die Warnrufe kommen", ergänzte er.
Die Politik müsse sich des Themas ebenfalls annehmen. "Denn es gibt bereits Flurschäden durch KI", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Beim Urheberrecht seien die Verstöße schon so gravierend und sichtbar, "dass Handeln überfällig ist".
Weimer sagte, die großen Large Language Models (LLM) hätten in den vergangenen Jahren "einen großen Raubzug in dieser Welt" veranstaltet. "Sie sind einmal über den Contentbestand des Universums gegangen und haben sich alles genommen, was nicht niet- und nagelfest war: Fotos, Bewegtbilder, Texte, Logiken", sagte er. Die Tech-Konzerne hätten nie gefragt und auch nie dafür bezahlt. "Das ist im Grunde genommen ein gigantischer Urheberrechtsverstoß", sagte er. Das könne so nicht bleiben. Deswegen arbeite man auf europäischer Ebene an neuen Regelungen.
Der Kulturstaatsminister verwies zudem auf den Jugendschutz. Die Plattformen im Internet hätten schon vor der KI behauptet, sie seien keine Medien, sondern nur generische Plattformen und genössen damit ein Plattformprivileg. "Ich halte das für völlig aus der Zeit gefallen", sagte Weimer. Insbesondere seit der systematischen Implementierung von KI seien Plattformen wie Google "die genuinen Massenmedien unserer Zeit". "Also sollten sie auch den gleichen Regularien unterliegen wie unsere klassischen Medien. Die Zeiten des Plattformprivilegs sind aus meiner Sicht gezählt", sagte Weimer.
Die Tech-Firma OpenAI, Entwicklerin der KI ChatGPT, hatte am Wochenende einen geplanten Börsengang verschoben. Begründet wurde das vonseiten des Unternehmens mit Sicherheitsbedenken.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
Zuerst veröffentlicht 15.09.2026 14:23
Schlagworte: Internet, Technologien, Medien, Bundesregierung, INT
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