16.09.2026 15:28
Mainz (epd). Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen sieht die Zukunft des Journalismus eher im Moderieren als im Zuspitzen. Der klassische Journalismus wisse zu wenig von Kommunikationspsychologie, sagte Pörksen bei einer Diskussion am Mittwoch in Mainz. Auf den großen Tech-Plattformen werde nur zugespitzt, Journalismus sollte mehr darauf achten, gute Gespräche zu führen.
Seiner Einschätzung nach könne sich der "unabhängige seriöse Journalismus" in der von den großen Plattformen beherrschten Ökonomie nicht mehr aus eigener Kraft retten, sagte Pörksen. Dies könne nur durch ein gemeinsames breites Bündnis unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure gelingen.
Die WDR-Journalistin Isabel Schayani sagte, die Medienunternehmen in Deutschland seien sehr verunsichert. Sie müssten sich wieder ihres eigenen Wertes und der Freiheiten, die sie hätten, bewusst werden und sie nutzen. Andere Gesellschaften beneideten Deutschland um die Pressefreiheit, die es hier gebe.
Pörksen und Schayani diskutierten bei dem Symposium "Im Zweifel relevant! Eine Standortbestimmung evangelischer Publizistik in Krisenzeiten", das vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik beim ZDF in Mainz veranstaltet wurde. Die Diskussion fand vor der Verleihung des Robert Geisendörfer Preises am Mittwochabend statt.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
dir
Zuerst veröffentlicht 16.09.2026 17:28
Schlagworte: Medien, Kirchen, Kongresse
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