Gesetzentwurf zu Social-Media-Altersgrenzen: Drei Nachweise nötig - epd medien

16.09.2026 16:14

Der von der EU geplante "Kids Act" mit Altersuntergrenzen für die Nutzung sozialer Medien ist durch ein Leak öffentlich bekannt geworden. Netzpolitik.org veröffentlichte und analysierte den Gesetzentwurf: Demnach wird der Altersnachweis aufwendig.

Berlin (epd). Die Plattform netzpolitik.org hat am Mittwochabend den Gesetzentwurf der Europäischen Union mit Mindestaltersgrenzen für die Nutzung sozialer Medien wie TikTok veröffentlicht. In einer Analyse zu dem offiziell für Donnerstag angekündigten "EU Kids Act" heißt es, Erwachsene und Kinder erwarteten im digitalen Alltag "viele neue Hürden". Eltern etwa müssten nachweisen, dass ihre Kinder tatsächlich ihre Kinder seien.

"In der Breite", schreibt netzpolitik.org-Autor Sebastian Meineck, sollten soziale Medien und Videoplattformen, Online-Spiele, Chatbots und KI-Companions Alterskontrollen durchführen, sofern sie nicht kindgerecht seien. "Ausnahmen für kleine Unternehmen sind nicht vorgesehen", heißt es in der Analyse weiter.

Drei Nachweise für TikTok-Zugang von 13- und 14-Jährigen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Mittwoch in ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union im Europäischen Parlament in Straßburg Altersuntergrenzen für soziale Netzwerke angekündigt. "Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren. Kein eigenes Nutzerkonto unter 15 Jahren" soll gelten.

In der Analyse von netzpolitik.org heißt es zu dem 97-seitigen Gesetzentwurf, wenn Eltern für ein 13-jähriges Kind einen eingeschränkten TikTok-Zugang anlegen wollten, müssten sie drei Nachweise erbringen: einen für sich selbst, weil alle User diesen bräuchten; einen zweiten Altersnachweis für das Kind und als drittes "eine Art Sorgeberechtigungs-Nachweis". Für letzteren Nachweis solle eine komplett neue Kontroll-Infrastruktur geschaffen werden, parallel zur derzeit entstehenden Infrastruktur für Alterskontrollen, hieß es.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

sro



Zuerst veröffentlicht 16.09.2026 18:14

Schlagworte: EU, Medien, Internet

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