17.09.2026 08:07
Saarbrücken, Paris (epd). Der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) ist am Mittwochabend in sechs Kategorien in Paris vergeben worden. Die ausgezeichneten Journalistinnen und Journalisten beleuchteten in ihren Arbeiten "wichtige aktuelle und gesellschaftlich sensible Fragen", teilte der Trägerverein in Saarbrücken mit. Die Preisträger produzierten Beiträge für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), Arte, den Deutschlandfunk, den Norddeutschen Rundfunk (NDR), den Westdeutschen Rundfunk (WDR), die "Süddeutscher Zeitung", das "Dummy Magazin", das Magazin "Kometa" sowie den Youtube-Kanal "HugoDécrypte - Actus du jour".
Die Preise sind mit jeweils 6.000 Euro dotiert. Der undotierte Große Deutsch-Französische Medienpreis ging an den Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, und den früheren Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, als "Freunde und entschiedene Verfechter des europäischen Gedankens".
Aliénor Carrière erhielt den DFJP in der Kategorie "Dokumentation" für ihre Reportage "Trouver Sergueï" ("Sergueï finden") im französisch-schweizerischen Magazin "Kometa". Darin trifft die Journalistin nach mehr als 20 Jahren ihren Ziehbruder. "Anhand dieser persönlichen Geschichte setzt sich der Text mit Erinnerung, Verlust und Zugehörigkeit auseinander und macht die Folgen des Kriegs in der Ukraine anhand einzelner Schicksale sichtbar", erklärte der Trägerverein.
In der Kategorie "Investigation" wurde das Recherche-Kollektiv von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" für "Russian Secrets - So schützt Putin seine Atomwaffen mit europäischer Technik" ausgezeichnet. Die Recherche zeige unter anderem, wie deutsche Technologien über Umwege zur russischen Marine gelangten, hieß es. Die Journalistin Julia Borutta bekam den Preis in der Kategorie "Newsformate" für ihre für WDR und Deutschlandfunk produzierte Reportage "Frankreich - Wie rechte Meinungsmacher den Diskurs verschieben".
Christoph Peters wurde in der erstmals vergebenen Kategorie "Wissenschaft" für die für den MDR und Arte produzierte Dokumentation "Leben auf Plastik - Per Anhalter durchs Meer" geehrt. Darin erkunde er die mikrobielle Welt zwischen der Antarktis und dem Pazifik, welche von Plastikperlen besiedelt wird, teilte der Verein mit.
In der Kategorie "Jeunes Talents" erhielt Erik Hlacer den DFJP für den Artikel "Braunes Pflaster" im "Dummy Magazin". "Mit beißendem Humor analysiert dieser Artikel die Mechanismen des Populismus am Beispiel des südfranzösischen Béziers, wo Lokalpolitiker entgegen geltendem Recht DNA-Proben von Hundekot anordnen lassen, um dem Hundekotproblem Herr zu werden", hieß es.
Der "Prix Spécial" ging an das Format "HugoDécrypte - Actus du Jour" von Hugo Travers. Mit 20 Millionen Zuhörerinnen und Zuhörern habe dieser ein Nachrichtenformat geschaffen, welches Informationen zugänglich vermittelt, ohne dass die journalistische Qualität dahinter zurückbleibe. So habe er das politische Interesse einer ganzen Generation junger französischsprachiger Menschen neu geweckt.
Der Deutsch-Französische Journalistenpreis wird seit 1983 vergeben. Zu den Preisstiftern gehören neben dem Saarländischen Rundfunk (SR) als Federführer unter anderem das ZDF, Arte, France Télévisions und die "Saarbrücker Zeitung".
lwd
Zuerst veröffentlicht 17.09.2026 10:07 Letzte Änderung: 17.09.2026 10:32
Schlagworte: Medien, Auszeichnungen, Frankreich, NEU
zur Startseite von epd medien