17.09.2026 08:48
Straßburg (epd). Die EU-Kommission will den Zugang zu sozialen Medien für Kinder deutlich beschränken. "Keine sozialen Medien unter 13 Jahren. Kein eigenes persönliches Konto unter 15 Jahren", erläuterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den entsprechenden Gesetzesvorschlag am Donnerstag in Straßburg. Sie hatte die Grundzüge des Entwurfs bereits am Dienstag vorgestellt.
Kinder unter 13 Jahren sollen demnach keine sozialen Medien nutzen dürfen. Erlaubt bleiben sollen jedoch speziell für Kinder entwickelte Videoangebote, auf die sie über ein von den Eltern verwaltetes Konto zugreifen können. Für 13- und 14-Jährige sollen soziale Medien nur über von den Eltern eingerichtete und überwachte "Mini-Konten" zugänglich sein. Diese Konten sollen eingeschränkte Funktionen haben und auf eine Stunde Nutzung pro Tag begrenzt werden.
Ab 15 Jahren sollen Jugendliche eigene Social-Media-Konten eröffnen können. Für alle unter 18-Jährigen sollen aber strengere Sicherheitsvorgaben gelten: Plattformen müssen ihre Angebote so gestalten, dass sie keine schädlichen oder suchtfördernden Funktionen enthalten.
Der geplante "EU Kids Act" sieht weitere strenge Vorgaben vor: Anbieter sollen das Alter ihrer Nutzer überprüfen. Plattformen sollen zudem nachweisen müssen, dass ihre Angebote sicher für Minderjährige gestaltet sind. Profile von Minderjährigen sollen standardmäßig privat sein. Geolokalisierung sowie der Zugriff auf Kamera und Mikrofon sollen ausgeschaltet bleiben.
Der Gesetzesvorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und dem Rat der EU beraten und verabschiedet werden. Er geht über die im Juli veröffentlichten Empfehlungen einer EU-Expertengruppe teils deutlich hinaus.
mab
Zuerst veröffentlicht 17.09.2026 10:48 Letzte Änderung: 17.09.2026 11:00
Schlagworte: EU, Medien, Internet, meta:push, NEU
zur Startseite von epd medien