18.09.2026 10:01
Frankfurt am Main/Conakry (epd). Im westafrikanischen Guinea sind zwei französische Medien ins Visier der Behörden geraten. Die guineische Kommunikationsbehörde HAC entzog dem französischen Auslandssender France 24 mit sofortiger Wirkung die Sendelizenz und die Akkreditierungen seiner Journalisten, wie die Nachrichtenseite "Africa Guinée" am Freitag berichtete. Auch dem Journalisten der französischen Mediengruppe "Jeune Afrique", Diawo Barry, wurde die Arbeitserlaubnis entzogen.
Auslöser für das Vorgehen gegen France 24 war eine Äußerung in einer Sendung vom 15. September, in der Präsident Mamady Doumbouya als "Putschistenpräsident" bezeichnet wurde. Die HAC hatte den Sender am folgenden Tag aufgefordert, die Bezeichnung zu entfernen und zu korrigieren. Als Reaktion auf die Sperrung entschuldigte sich die Direktorin von France 24, Vanessa Burggraf, formell bei Doumbouya.
Im Fall von "Jeune Afrique" dagegen habe es keine konkreten Vorwürfe gegeben, kritisierte die Mediengruppe in einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite und forderte die Behörde auf, den Entzug der Akkreditierung zu überdenken. Eine Akkreditierung ist die behördliche Zulassung, die in vielen Ländern Voraussetzung dafür ist, journalistisch zu arbeiten.
In den vergangenen Jahren ist in Guinea immer wieder die Arbeitserlaubnis von Medien unter dem Vorwand des Verstoßes gegen Vorschriften eingeschränkt worden. Guineas Präsident Mamadi Doumbouya hatte im September 2021 mit einem Militärputsch gegen den damaligen Präsidenten Alpha Condé die Macht übernommen. Im Dezember 2025 wurde er zum Präsidenten gewählt und im Januar 2026 vereidigt.
hkr
Zuerst veröffentlicht 18.09.2026 12:01 Letzte Änderung: 18.09.2026 12:18
Schlagworte: Guinea, Medien, Menschenrechte, NEU
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