Gespenster der Geschichte - epd medien

18.09.2026 13:27

Der Robert Geisendörfer Preis 2026 ist am 16. September in Mainz verliehen worden. Die Jury Allgemeine Programme zeichnete sechs Produktionen aus: "Auch wenn es dunkel ist", "Für immer seh ich dich wieder, "I am what I am - Stolz, eine Frau zu sein", "Sturm kommt auf", "Irma. Das Kind aus Srebrenica" und "Oldie Fans". Heike Hupertz berichtet über die Debatten in der Jury.

Aus der Geisendöfer-Jury Allgemeine Programme

Darsteller Sigi Zimmerschied und Regisseur Matti Geschonneck nach der Preisverleihung beim ZDF in Mainz. Sie erhielten den Preis für "Sturm kommt auf"

epd Medienschelte ist in. Zu schnell werde geurteilt, zu stark zugespitzt, zu seicht sei vieles, was in den Medien zu hören, zu sehen und zu lesen ist. Das mag häufig zutreffen. In der Jury des Robert Geisendörfer Preises beschäftigen wir uns jedoch alle Jahre wieder mit den Produktionen, die aus der Masse herausragen, die aber häufig leider nur wenig Beachtung fanden. Beiträge, die nicht schwarz-weiß zeichnen, sondern gesellschaftliche Konflikte differenziert betrachten.

Noch argwöhnischer als "die Medien" werden Soziale Netzwerke betrachtet. Oft zu Recht, denn hier begegnen uns Herabsetzung, Spaltung und Hass. Je mehr Krawall, desto besser für das Geschäft der Plattformen. Umso verdienstvoller und anregender ist ein Format wie "OldieFans" vom SWR. Dieser Tiktok-Kanal zeigt Menschen über 60 als aktive Alltagshelden, Lebensgestalter und Problemüberwinder.

"OldieFans" wendet sich explizit an ein junges Publikum, nimmt aber Zuschauer jeden Alters mit und befördert das Verständnis zwischen den Generationen. Vital, niedrigschwellig, unterhaltsam und ohne Zeigefinger. Ob Rezepte gegen Einsamkeit, Verliebtsein mit 100 Jahren, Planungen für die eigene Beerdigung oder Jugenderinnerungen: Mit ihren wunderbar eigenwilligen, manchmal schrulligen und stets liebenswerten Protagonistinnen und Protagonisten schlägt das Redaktionsteam von "SWR Heimat" mit Martika Baumert und Michèle Kraft, sowie Marie Meyer und Jens Freitag Brücken und fördert so auf herausragende Weise den Dialog zwischen Digital Natives und "Silver Surfern". Und obendrein kommen in dem Angebot alle Dialektfarben aus dem Sendegebiet des SWR vor. Die Jury war sich schnell einig: Dafür hat das Team den Geisendörfer Preis verdient.

Aus Abenteuerlust wird Ernüchterung

Die Jury diskutierte außerdem länger über die Produktion "Y-Kollektiv: Vom Abi an die Front" (SWR), die ebenfalls von der Vorjury für den Preis vorgeschlagen worden war. In der Dokumentation geht es um junge Deutsche, die sich der ukrainischen Armee anschließen. Die Y-Kollektiv-Reporter Samuel Häde und Patrick Enssle begleiten sie auf einen Truppenübungsplatz, in ihr Safehouse und an die Front. Gezeigt wird, wie angesichts der Realität Abenteuerlust in Ernüchterung umschlägt, wie die Familien mit ihrer Angst umgehen. Die Reportage ist auch ein Beitrag zur deutschen Debatte um die Wehrpflicht. Die Produktion wurde parallel in der Kategorie Fernsehen eingereicht und von der Jury als klassische Fernsehproduktion eingeordnet.

Bei den Podcasts waren vier Produktionen von der Vorjury für den Preis vorgeschlagen worden. Großartiges Storytelling hörten wir in "Legion: House of Scam" (RBB/NDR/Undone). Autor und Host Khesrau Bheroz erhielt bereits 2022 den Geisendörfer Preis für "Noise". So relevant wie unterhaltsam gestaltet, begibt sich der Podcast auf die Spur groß angelegter "Liebesscams". Eine der Betrogenen ist Ramona, 66 Jahre alt, der Betrüger nennt sich Gordon. Hinter Gordon steht eine regelrechte Industrie.

Zwangsarbeit und Menschenhandel

Das Autorenteam recherchiert in Myanmar und auf den Philippinen, reist zu Scamfabriken groß wie Städte, in denen 5.000 bis 6.000 Scammer arbeiten. Längst bestimmt das organisierte Verbrechen das riesige Geschäft, das von Prostitution, Zwangsarbeit und Menschenhandel bestimmt wird.

Der Titel des siebenteiligen Podcasts "Das glücklichste Volk der Welt" von Deutschlandfunk Kultur bezieht sich auf ein Zitat von Walter Momper, der in den Jahren 1989 bis 1991 Regierender Bürgermeister von Berlin war. Die Hosts, die ostdeutsche Sophie Müller vom Hofe und der westdeutsche Andreas von Westphalen fragen sich, wie es um Deutschland steht, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung. Sie haben viel Persönliches beizutragen ("muss von mir selber sprechen"). Doch angesichts der guten O-Töne der übrigen Protagonisten erschien der Jury die Gewichtung zwischen deren Darstellung und Aussagen sowie den Selbstaussagen nicht gelungen.

Die Geister der Vergangenheit

Der Podcast "Babas Geister" (SWR Kultur/Deutschlandfunk), ist eine sehr persönliche Geschichte. Es geht um den Sicherheitsmann Gültekin, den Vater von Ayla Günay, der seiner Tochter viele Geschichten erzählt hat, unter anderem auch Geschichten von Geistern in einem verlassenen Hotel in Sasbachwalden im Schwarzwald, in dem er einst als Wachmann eine Zeitlang wohnte. Gemeinsam mit ihrer Freundin Juratè Braginaitè begibt sich Ayla auf die Suche nach diesen Geistern. Göring und Himmler waren einst Stammgäste des Hotels, heißt es. Gültekins Tochter beschwört die Geister des Orts und die Gespenster der deutschen Geschichte.

Schön ist, dass der Podcast zweisprachig gestaltet ist, man hört selten so viel Türkisch in einer Radioproduktion. Es gibt eine interessante Vater-Tochter-Geschichte und sehr viele fabulierte Details, doch leider geht der Faden der Geschichte des Hotels, das eine Zeitlang auch ein Kinderheim war, verloren.

Erinnerungspolitik

Die Jury entschied sich schließlich für den Doku-Podcast "Irma. Das Kind aus Srebenica" ("Zeit") von Bastian Berbner und Simone Gaul über das Massaker von Srebrenica, das sich 1995 mitten in Europa ereignete. Der für das Massaker verantwortliche Kommandant der bosnisch-serbischen Armee, Ratko Mladic, auch als "der Schlächter vom Balkan" bekannt, wurde 2017 wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Den Haag zu lebenslanger Haft verurteilt und starb Ende August in der Haft. Minister und Bürger in Serbien verabschiedeten ihn kürzlich mit einem Staatsbegräbnis in Belgrad wie einen Märtyrer. Ein bezeichnendes Beispiel für Erinnerungspolitik.

Der Podcast "Irma" erzählt die Geschichte des Massakers von Srebrenica am Beispiel der kleinen Irma, die 1995 in Srebrenica von ihrem Vater, Nusret Hasanovic, der Krankenschwester Christine Schmitz zur Rettung übergeben wurde. Anschließend wurde der Vater von serbischen Soldaten abgeführt und ermordet. Die UN-Blauhelm-Soldaten standen tatenlos daneben. Irma hat keine eigenen Erinnerungen an diese Geschehnisse, doch Srebrenica prägte ihr Leben.

Die Jury war beeindruckt von der umfassenden Recherche, den Interviews mit UN-Blauhelmsoldaten von damals, der Arbeit mit den Archiven und der Auswahl der O-Töne aus Kriegsverbrecherprozessen, vor allem aber von den beiden Protagonistinnen Christine Schmitz und Irma. Persönliche Geschichte verweben Berbner und Gaul vorbildlich mit historischem Kontext und zeigen die individuelle und allgemeine Relevanz der Erinnerung für Zukunft und Frieden auf. Eine überaus gelungene, vielstimmige Tiefenbohrung in die Geschichte, einen Teil der Geschichte Europas, der heute fast verdrängt erscheint.

Ein Hörbild, das nicht das ganze Bild ergibt.

Die Vorjury hatte sechs Hörfunkproduktionen weitergereicht, die Jury bezog in ihre Diskussionen noch eine siebte Produktion mit ein, die einige Juroren und Jurorinnen besonders beeindruckt hatte.

Die Langzeitdokumentation "Alle laufen weg. Einer fällt hin" von Deutschlandfunk Kultur begleitet die drei Teenager Altaf, Paul und Erik zunächst 2009 bei ihrem Versuch, Kriminalität und Drogen auf einem Therapiebauernhof hinter sich zu lassen. 2025 trifft der Autor Klaus Schirmer sie wieder. Das Feature berichtet von Höhen und Tiefen, erzählt aus der subjektiven Perspektive der Protagonisten. In der Jury fand der Beitrag guten Anklang. "Sehr schöne O-Töne, gut gemacht", hieß es, doch die Mehrzahl der Juroren und Jurorinnen vermisste Einordnung: "Ein Hörbild, das aber nicht das ganze Bild ergibt", so brachte es eine Jurorin auf den Punkt.

Das Feature "NS-Cliquen: Von Menschen und Mördern" (MDR) versucht, für jugendliche Zielgruppen Biografien von Tätern des Nationalsozialismus auf basale Weise nachzuzeichnen. Eingereicht wurde die zweite Staffel, in der es um die "systematische Beteiligung von Zivilisten am KZ-System" geht. Allerdings sind auch diese Geschichten häufig schon erzählt worden. Die Jury vermisste Tiefe, die Begleitmusik wurde von einigen als "krachend" empfunden.

Künstlerische Produktion

Das Hörspiel "Imiona nurtu. Die Namen der Strömung" (SWR) von Kai Grehn, das auf den Sterbebüchern von Auschwitz und Gedichten des polnischen Schriftstellers Tadeusz Borowski basiert, der Auschwitz überlebte, beeindruckte die Jury durch die akustische Gestaltung und die Sprecherleistung von Alexander Fehling. Es erfordert ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Jury könnte sich gut vorstellen, dass die künstlerische Produktion als Podcast in der Erinnerungsstätte Auschwitz eingesetzt werden könnte.

In dem Feature "Provinzjugend - eine Suche" (MDR) verschränkt der Autor Tobias Siebert seine persönliche Geschichte seiner Jugend auf dem Land mit Kritik. Harsewinkel liegt in der ostwestfälischen Provinz, dort wuchs Siebert auf, ebenso wie die AfD-Vorsitzende Alice Weidel. Aber wie stellt man hier einen sinnvollen Zusammenhang her und erzählt mehr als die üblichen Geschichten über Aufwachsen in der Provinz? Der Jury fehlte bei "Provinzjugend" der Fokus.

Auch "Damaskus danach" (NDR), ein fiktional-dokumentarisches Hörspiel aus der Sicht des Musikers Fares, eines Syrers im Berliner Exil, stieß auf Lob in der Jury, konnte sich aber am Ende nicht durchsetzen. Die Produktion gibt Einblick in die Gefühlswelt der Syrer im Exil und ihre Hoffnungen.

Empathie und Verstehen

Die beiden Geisendörfer-Preise in der Kategorie Hörfunk gingen in diesem Jahr an die Hörspiele "Auch wenn es dunkel ist" (RBB) und an "Für immer seh ich dich wieder" (NDR).

In "Auch wenn es dunkel ist" erkannte die Jury eine Produktion ganz im Sinn der Kriterien des Preises und seines Namensgebers. In fünf Kapiteln erzählen Menschen von dem, was sie am 7. Oktober 2023 erlebten, als die Terrormiliz Hamas den Süden Israels überfiel. Sie berichten von dem, was ihnen selbst geschah oder von ihnen Nahestehenden. Die Entscheidung der Autoren und Regisseure Sharon On und Dirk Laucke, die höchst persönlichen Texte von Schauspielern nachsprechen zu lassen, ermöglicht ein Maß an Distanz (beim Hörer), das Empathie und Verstehen möglich macht. Geisendörfer-Preis also für diese dichte, erschütternde Produktion.

Das Leid der Totgeburt

Das Hörspiel "Für immer seh ich dich wieder" basiert auf einem autobiografischen, künstlerisch bearbeiteten Bericht über eine oft beschwiegene Katastrophe. Das Paar Yannic (Jan Krauter) und Charlotte (Marie Löcker) freut sich auf das werdende Kind, doch statt glücklicher neuer Elternschaft erleben die beiden das Leid der Totgeburt ihres Sohnes im Krankenhaus. Statt Babyausstattung müssen sie ein Kindergrab wählen und sehen sich mit Bürokratie konfrontiert, die, wenn überhaupt, unpassend sachliche Worte für ihr unvorstellbares Erleben hat.

Freunde trauern mit, gemeinsam sucht man Rituale und Trost. Yannic beginnt, das Geschehen für sich und seine Partnerin zu erschreiben. Aus der wahren Erzählung des Autors Yannic Han Biao Federer hat Regisseurin Cordula Dickmeiß ein bei aller Traurigkeit großartiges Hörspiel gemacht. Die Jury ist nachhaltig beeindruckt.

Mit 80 ins Exil

In der Kategorie Fernsehen hatten die Vorjury zehn Produktionen weitergereicht. Die Dokumentation "Der sinnlose Tod meines Sohnes" (WDR) aus der Reihe "Menschen hautnah!" bewertete die Jury als zu stark emotionalisierend.

Der Dokumentarfilm "Politzek" (Deutsche Welle TV) wurde sehr wohlwollend diskutiert. Es ist ein Film über politischen Widerstand und eine Hommage an jene Menschen, die unter größten persönlichen Risiken im heutigen Russland leben. Begleitet wird unter anderem eine Frau, die mit 80 Jahren gezwungen ist, ihre Heimat zu verlassen und ins Exil zu gehen. Der Film zeigt, wie sie ihr Leben in Russland auflöst und in Berlin neu anfängt. Die Hoffnung auf Rückkehr bleibt.

Angetan war die Jury auch von der RTLzwei-Produktion "Hass. Hetze. Hoffnung". In diesem Zweiteiler geht es um die unglaubliche Verknüpfung von Fetisch und Rassismus. Im Zentrum steht der erschütternde Mord an einer chinesischen Studentin im Jahr 2016 in Dessau. Die Dokumentation beleuchtet Hintergründe, gesellschaftliche Reaktionen sowie den Umgang der asiatisch-deutschen Community mit rassistischen Klischees.

Sexuelle Gewalt in einer Pietistengemeinde

Über "Asternweg - 10 Jahre danach" (Vox) debattierte die Jury lange. Als beachtenswerte Langzeitdokumentation über in prekären Umständen lebende Menschen in Kaiserslautern hat "Asternweg" über Jahre hinweg zu Recht viel Aufmerksamkeit erfahren.

Für "Die Kinder aus Korntal" (ZDF) hielt ein Mitglied der Jury ein Plädoyer. Sehr ruhig erzählt, mit klarer Bildkomposition und gut eingesetzter Symbolik geht es hier um sexuelle Gewalt in einer Pietistengemeinde. Ein klassischer Dokumentarfilm mit viel Archivmaterial. Wie aus dem "Lehrbuch der Abwehr", so fasst ein Jurymitglied die Reaktionen einiger Gemeindemitglieder auf die Vorwürfe zusammen. Filmisch erscheint manchen der Beitrag etwas zu statisch.

Das Dokudrama "Nürnberg 45 - Im Angesicht des Bösen" (BR) hat einige Jurymitglieder sehr gefesselt. Filmisch elegant verschränkt die Produktion Fiktion und dokumentarisches Archivmaterial. Ein kleiner Wermutstropfen ist der sehr didaktische Anfang.

Lehrstück für Generationen

"Rosenthal" (ZDF), ein Film über den beliebten ZDF-Showmaster Hans Rosenthal, der aufgrund fehlender Sensibilität in der ZDF-Hierarchie im Jahr 1978 gezwungen wurde, am 9. November 1978 "Dalli-Dalli" zu moderieren, obwohl er an der ersten offiziellen Gedenkfeier zum Pogrom vom 9. November 1938 teilnehmen wollte, erhielt großes Lob aus der Jury. Sehr gut gefiel die Darstellung von Hans Rosenthal durch Florian Lukas.

Die Jury entschied sich jedoch für eine andere ZDF-Produktion: In "Sturm kommt auf" (ZDF) erzählen Hannah Hollinger und Matti Geschonneck vom Aufkommen des Nationalsozialismus in einem Dorf in der bayerischen Provinz zwischen 1918 und 1933. Der Film, der auf dem Roman "Unruhe um einen Friedfertigen" von Oskar Maria Graf basiert, wird als Fernsehdrama zu einem Lehrstück für Generationen. Präzise wie ausgreifend zeichnet er politische Ereignisgeschichte und den Mentalitätenwandel nach, erzählt von hergebrachten lokalen Strukturen, altem Unrecht und traditioneller Borniertheit gegenüber Frauen und Fremden.

Liebevoll, ohne klebrig zu sein.

In den Mittelpunkt der verzweigten, konzentriert erzählten Handlung stellt "Sturm kommt auf" neue Gewalt und Terror und wird so nicht nur zum Memento Mori für alle, sondern zur Aufforderung zur aktiven Verteidigung unserer Demokratie. Damit nicht genug, ist der Film ein überaus sehenswertes ästhetisches Filmkunstwerk. Josef Hader und Sigi Zimmerschied verkörpern die Hauptrollen unübertrefflich und wurden stellvertretend für das großartige Ensemble ebenso wie Hollinger und Geschonneck mit dem Geisendörfer-Preis geehrt.

Auf andere Weise ragte "I am what I am" (NDR/Arte) heraus. Der Dokumentarfilm trägt laut Jurybewertung "von der ersten bis zur letzten Minute". Das Porträt einer israelischen Transfrau, Diva und Aktivistin, wird als "große Oper" gezeigt. Das Thema an sich ist schwer, es geht um den steinigen Lebensweg einer queeren Person in Israel, den repressiven Alltag und die innenpolitische Lage. Erwartbar wäre "Schwermut hoch drei", aber das Gegenteil ist der Fall.

"Toll erzählt", "sehr gelungen", "so viel Humor und angenehme Leichtigkeit", "liebevoll, ohne klebrig zu sein", so die Kommentare der Jury. Ein Juror würdigte, dass "individualethische Probleme" hier auf starke Weise "sozialethisch eingebettet" werden. Die Autoren Udir Nir, Sagi Bornstein und Produzent Christian Beetz erhalten für diesen Film den Geisendörfer-Preis.

Vor allem im Fernsehen hatten wir in diesem Jahr die Qual der Wahl. Es gibt Schlimmeres. Die Auswahl zeigte, dass es dort sehr viel mehr gibt als seichte Serien, Krimis und Sport. Es lohnt sich, die Beiträge, die in die engere Auswahl kamen und alle ausgezeichneten Produktionen genauer anzusehen und anzuhören.

infobox: Seit 1983 würdigt die Evangelische Kirche mit ihrem Medienpreis herausragende Leistungen deutscher Hörfunk- und Fernsehsender. Ausgezeichnet werden Produktionen, "die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, die zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter und zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen und Völkern beitragen, die die christliche Orientierung vertiefen und einen Beitrag zur Überwindung von Gewalt leisten". Die Jury Allgemeine Programme tagte am 21. Mai in Mainz unter dem Vorsitz der Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst. Sie vergab insgesamt sechs Preise und den Sonderpreis an Isabel Schayani. Einreicht wurden in diesem Jahr insgesamt 121 Produktionen: 71 in der Kategorie Fernsehen, 21 in der Kategorie Hörfunk und 29 Online-Produktionen.

Heike Hupertz Copyright: Foto: privat Darstellung: Autorenbox Text: Heike Hupertz ist freie Journalistin und war Mitglied der Jury Allgemeine Programme.



Zuerst veröffentlicht 18.09.2026 15:27

Heike Hupertz

Schlagworte: Medien, Kirchen, Auszeichnungen, Geisendörfer Preis, Jury, Bericht, Hupertz

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