22.09.2026 02:00
Mainz (epd). Der Koordinator der Rundfunkkommission der Bundesländer, Torsten Welling (CDU), erwartet trotz der jüngsten Wahlergebnisse, dass eine föderale Zusammenarbeit in der Medienpolitik möglich bleibt. "Die Rundfunkkommission war immer handlungsfähig und wird handlungsfähig bleiben", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). Jedes der 16 Bundesländer sei nach dem Grundgesetz verpflichtet, eine vielfältige und unabhängige Medienordnung sicherzustellen.
"Dies zusammen zu tun, war und ist bislang der beste Weg dafür", sagte der rheinland-pfälzische Staatssekretär und fügte hinzu: "Aber wir werden auch andere Wege finden, sollten sich Einzelne aus der Gemeinschaft verabschieden."
Die AfD, die die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen hat, hatte im Wahlkampf angekündigt, den MDR-Staatsvertrag zu kündigen. Damit wäre dem dortigen Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) die juristische Grundlage für das Gebiet des Bundeslandes entzogen.
Welling erläuterte in dem Interview die Pläne der Länder, mit einem Staatsvertrag Informationssysteme zu regulieren, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren. "KI beeinflusst, welche Themen Menschen wahrnehmen. Sie beeinflusst auch, wie sie Informationen einordnen und am öffentlichen Diskurs teilnehmen", sagte der Koordinator der Rundfunkkommission. Das sei bequem, schaffe aber erhebliche Probleme. Für die genutzten Medien sei es zudem ein großes Refinanzierungsproblem.
"Zudem sind KI-Antworten noch zu häufig falsch oder geben die genutzten Medien unzutreffend wieder. Genau hier setzen wir an", sagte Welling. Dabei werde zwischen KI-Informationssystemen und journalistisch-redaktionell verantworteten Angeboten unterschieden, die Künstliche Intelligenz als Hilfsmittel einsetzen. "Entscheidend ist, dass die veröffentlichten Inhalte einer menschlichen Überprüfung und redaktionellen Verantwortung unterliegen", führte er aus.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
kfr
Zuerst veröffentlicht 22.09.2026 04:00
Schlagworte: Medien, Bundesländer
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