Funk-Chef Schild: Für Jüngere wird wenig Beitragsgeld investiert - epd medien

22.09.2026 07:26

Im Herbst 2016 startete Funk, das Online-Jugendangebot von ARD und ZDF. Die Programm-Verantwortlichen sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Formatmischung permanent neu zu justieren, damit sie für die Zielgruppe interessant bleibt.

Funk-Programmgeschäftsführer Philipp Schild (l.) und seine Stellvertreterin Kristin Blum

Frankfurt a.M./Marl (epd). Das Jugendangebot Funk von ARD und ZDF, das am 1. Oktober sein zehnjähriges Bestehen feiert, muss sein Portfolio nach Aussage von Programmgeschäftsführer Philipp Schild ständig neu auf die 14- bis 29-jährigen Nutzer ausrichten. Diese Zielgruppe sei "medial nicht ultra krass repräsentiert", sagte Schild in der am Dienstag veröffentlichten Folge des Medien-Podcasts "Läuft". Für sie werde "relativ wenig Geld" vom gesamten Beitragsaufkommen investiert. Es sei daher unbequem, wenn Daten zeigten, dass bestimmte Funk-Formate eher von 40-Jährigen als von der angepeilten Gruppe gesehen würden.

Funk wird von ARD und ZDF gemeinsam als reines Online-Netzwerk betrieben und verfügt über ein Jahresbudget von gut 45 Millionen Euro. Vize-Programmgeschäftsführerin Kristin Blum sagte in "Läuft", zum Start im Jahr 2016 seien "Leute, die jetzt gerade in unsere Zielgruppe reinwachsen, noch nicht mal in der Schule gewesen". Viele Nutzerinnen und Nutzer der ersten Stunde würden hingegen schon wieder herauswachsen. "Und natürlich ist das total hart für uns, immer wieder auf unseren Auftrag zu blicken und zu sagen, damit ist es uns ernst und es muss 14 bis 29 bleiben."

Marktrevolution durch Künstliche Intelligenz

"Am Anfang gucken wir schon, ob wir ein Format verjüngen und so noch eine Weile bei uns halten können, aber irgendwann funktioniert es nicht mehr", erklärte Blum. Dann komme der Übergabepunkt wie aktuell etwa bei "Mädelsabende". Das journalistische Social-Media-Format werde "in den WDR übergeben, da wir das nicht mehr schaffen, es in unserer Zielgruppe zu halten".

Schild erwartet in den kommenden Jahren eine durch Künstliche Intelligenz (KI) ausgelöste Marktrevolution, die auch für Funk zu weiterem Konkurrenzdruck führen wird. "Nachdem wir mit der Entwicklung von Social-Media-Plattformen das erste Mal in der Situation waren, dass es nicht mehr einen Sender brauchte, um einen Inhalt zu erstellen, sind wir im nächsten Schritt so weit, dass man eigentlich nur noch eine gute Idee braucht und die irgendwo reinsprechen muss", sagte er. Das werde zu einer Masse von Inhalten führen, die Medienunternehmen "auf einem völlig anderen Level herausfordern wird".

Der Podcast "Läuft" ist eine Koproduktion des Fachdienstes epd medien und des Grimme-Instituts in Marl.

rid



Zuerst veröffentlicht 22.09.2026 09:26

Schlagworte: Medien, Internet, Jugend

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