23.09.2026 07:02
Bonn (epd). Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 will die Telekom als Inhaber der deutschen Medienrechte erneut auf die öffentlich-rechtlichen Sender zugehen, um über Sublizenzen zu sprechen. "ARD und ZDF sind unsere ersten Ansprechpartner", sagte MagentaTV-Chef Arnim Butzen in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Aber der Markt ist groß, und wir werden sicherlich viele Gespräche führen." Die Männer-WM findet 2030 in Spanien, Portugal und Marokko statt. Sie wird im kostenpflichtigen Telekom-Streamingangebot MagentaTV zu sehen sein, wie im Juli bekannt wurde.
Für die Fußball-EM 2028 in Großbritannien und Irland hat die Telekom eine Vereinbarung mit den Rechteinhabern ARD und ZDF getroffen. Demnach wird MagentaTV alle 51 Spiele übertragen, während ARD und ZDF jeweils 17 Partien zeigen. In diesem Jahr war die Telekom Inhaber der Medienrechte für die WM in den USA, Kanada und Mexiko, ARD und ZDF hatten nicht-exklusive Sublizenzen für mehr als die Hälfte der Spiele erworben. Der Medienstaatsvertrag schreibt vor, dass bestimmte Schlüsselspiele im Free-TV laufen müssen.
Butzen kündigte an, bei großen Fußballturnieren auch künftig auf Zusatzangebote in sozialen Netzwerken zu setzen. "Was bei uns dieses Jahr bei der Fußball-Weltmeisterschaft sehr gut funktioniert hat, war das Zusammenspiel von Inhalt und Social Media", sagte er. "Das werden wir wieder so spielen, da können wir uns auch deutlich von den Öffentlich-Rechtlichen differenzieren." Die Magenta-Experten wie Thomas Müller oder Mats Hummels waren bei der WM auch für spezielle Social-Media-Formate eingesetzt worden.
Während der WM habe MagentaTV eine siebenstellige Anzahl von Kunden neu gewonnen, so Butzen. Viele hätten erst einmal einen Monatsvertrag abgeschlossen. "Wir arbeiten intensiv daran, möglichst viele von ihnen langfristig halten zu können", erklärte der Telekom-Manager.
Butzen bekräftigte die Strategie, im Fiction-Bereich auf Koproduktionen und Lizenzkäufe zu setzen, anstatt Serien oder Filme komplett selbst zu produzieren. "Mit dem Budget, das wir bei Fiction auch zur Verfügung haben, sind wir einfach mit den großen Anbietern wie Netflix oder Amazon nicht wettbewerbsfähig", sagte er. "Deshalb haben wir uns aktiv für eine Partnerstrategie entschieden." So sei die Telekom etwa finanziell an der vom ZDF verantworteten Thriller Serie "Droneland" beteiligt.
"Bei den nonfiktionalen Produktionen werden wir ungefähr auf dem Niveau, wo wir heute sind, weitermachen", so Butzen. Als Beispiel nannte er die Koch-Travelshow "Herr Raue reist", die bereits in der sechsten Staffel läuft. Es sei aber nicht geplant, dort signifikant mehr Geld zu investieren. "Für uns ist exklusiver Content etwas, um im Gespräch zu bleiben mit MagentaTV und uns natürlich auch zu differenzieren." Das komme auch bei Bestandskunden gut an.
rid
Zuerst veröffentlicht 23.09.2026 09:02
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Internet, Sport, INT
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