Vaunet-Vorstand warnt vor Übermacht der Plattformen - epd medien

23.09.2026 13:21

Der Verband Privater Medien Vaunet warnt, dass sich die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse zunehmend zugunsten globaler Plattformen verschieben. Das sei eine Herausforderung für Meinungsvielfalt und Demokratie. Ein Aktionsplan soll helfen.

Claus Grewenig, Vorstandsvorsitzender von Vaunet - Verband Privater Medien

Berlin (epd). Die privaten Medien in Deutschland warnen vor den Folgen einer zunehmen Verschiebung der wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse in der Medienlandschaft zugunsten globaler Big-Tech-Plattformen. Laut einer Prognose des Privatsenderverbands Vaunet werden im Jahr 2026 einige wenige Plattformen 72 Prozent der gesamten Werbeumsätze mit Instream-Videowerbung in Deutschland auf sich vereinen, sagte Claus Grewenig, Vorsitzender von Vaunet am Dienstag bei der Mitgliederversammlung in Berlin.

Dabei gehe es aus Sicht von Vaunet um weit mehr als eine Verschiebung von Marktanteilen. Journalistische Medien investierten in Inhalte und Journalismus, recherchierten, prüften und ordneten Informationen ein und übernähmen Verantwortung für ihre Veröffentlichungen. Plattformen organisierten dagegen in erster Linie algorithmisch Aufmerksamkeit und monetarisierten sie.

Die Sicherung von Medienvielfalt ist eine demokratische Aufgabe.

"Die Sicherung von Medienvielfalt ist eine demokratische Aufgabe", sagte Grewenig. Die politischen Herausforderungen seien im Wesentlichen erkannt. Nun seien Tempo und Konsequenz gefragt, damit aus daraus die richtigen Entscheidungen in Gesetzgebung und Regulierung würden: "Dafür brauchen wir einen gemeinsamen 'Aktionsplan Medienvielfalt bis 2028', in dem die Aktivitäten von Bund, Ländern und Europa zusammengeführt werden."

Grewenig wiedergewählt, Gerhardt rückt auf

Zuvor war Grewenig, Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland, als Vaunet-Vorstandsvorsitzender wiedergewählt worden. Neue Fachbereichsvorsitzende Radio & Audiodienste wird Nina Gerhardt, CEO RTL von Radio Deutschland. Sie war dort bislang Stellvertreterin und tauscht die Position mit Marco Maier. Der CEO der FFH Mediengruppe kandidierte nach sechs Jahren als Vorsitzender nicht mehr.

Michael Müller, Chief Officer Regulatory Affairs, External & Governmental Relations von ProSiebenSat.1 Media, führt weiterhin als Vorsitzender den Fachbereich TV und Multimedia. Sein Stellvertreter bleibt Sebastian Kocks, Ressortleiter Medienrecht im Bereich Medienpolitik bei RTL Deutschland. Das Amt des Schatzmeisters des Verbandes übernimmt Matthias Heinze, SVP Commercial & Managing Director GSA von Warner Bros. Discovery. Er folgt auf Kristina Freymuth, RTL Deutschland/Sky, die das Amt seit vier Jahren innehatte und nicht mehr kandidierte.

koe



Zuerst veröffentlicht 23.09.2026 15:21

Schlagworte: Medien, Privatsender, Personalien, Vaunet, koe

zur Startseite von epd medien