Französische TV-Exporte brachen 2025 um ein Drittel ein - epd medien

24.09.2026 07:01

Die französischen TV-Exporte sind im vergangenen Jahr deutlich eingebrochen. Die Programm-Messe Rendez-Vous 2026 in Le Havre begrüßte mehr als 135 Einkäufer aus über 40 Ländern.

Le Havre (epd). Mehr als 135 Einkäufer aus über 40 Ländern haben vom 7. bis 10. September an der französischen Fernsehprogramm-Messe Rendez-Vous in Le Havre teilgenommen. Zu sehen waren mehr als 400 französische TV-Programme, die von 51 französischen Unternehmen präsentiert wurden, wie der Veranstalter Unifrance mitteilte.

2025 lagen die gesamten französischen TV-Exporte - Verkäufe, Vorverkäufe und Koproduktionen zusammen - bei 282,7 Millionen Euro und damit rund ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Seit 2018 hatte der Umsatz nicht mehr unter 300 Millionen Euro gelegen. Der Export französischer Fernsehprogramme sank gegenüber dem Vorjahr um 21,6 Prozent auf 164,3 Millionen Euro. Die Koproduktionen fielen um 18,7 Prozent auf 87,7 Millionen Euro. Der Umsatz der Vorverkäufe brach sogar um 59,3 Prozent ein und lag noch bei 30,7 Millionen Euro.

Die Fernsehprogramm-Messe fand zum 32. Mal statt, zum dritten Mal in Le Havre. Zuvor war sie 18 Jahre lang im südfranzösischen Biarritz abgehalten worden. Drei Einkäufer wurden dieses Jahr vom ZDF, von ZDF Studios und von RTL nach Le Havre entsandt, eine österreichische Einkäuferin vom ORF. Die meisten Einkäufer kamen aus der Schweiz, Belgien, Tschechien, Italien und Polen.

Fiktion bleibt wichtigstes Genre

Wichtigstes Genre bei den französischen Programmverkäufen war 2025 zum vierten Mal in Folge die Fiktion. Sie kam auf 54,9 Millionen Euro, ein Rückgang um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An zweiter Stelle lagen die Dokumentationen. Sie gingen um 2,7 Prozent auf 43,1 Millionen Euro zurück. Auf den dritten Platz fielen die Animationen, die mit 32,2 Millionen Euro einen Rückgang um 30,3 Prozent verzeichneten. Musik- und Kulturprogramme kamen auf 1,1 Millionen Euro. Die sonstigen Programme, wie Nachrichten und Ausschnitte, machten 2025 19,2 Millionen Euro aus.

Der deutschsprachige Markt mit Deutschland und Österreich büßte zwei Plätze bei den Programmmärkten ein und lag damit bei einem Rückgang um 27,1 Prozent auf 9,2 Millionen Euro nur noch auf dem vierten Platz.

Für französische Animationen war der deutschsprachige Markt der zweitwichtigste Markt nach Großbritannien und vor Kanada und Italien. Das Volumen legte um 0,3 Prozent auf 2,5 Millionen Euro zu. Das ZDF und der Kinderkanal von ARD und ZDF (KiKa) kauften die Serie "Sam & Julia" (Caribara production, Cielo Films, Superswiss, Red, Mark 13) an, der NDR die dritte Staffel der Serie "Sisters" (Samka Productions, Bamboo Production). Der ORF erwarb die Serie "Edmond et Lucy" (Miam! Animation).

Belgien erneut an der Spitze

Der Import von Fiktion-Programmen in den deutschsprachigen Raum ging 2025 um 47,9 Prozent auf 2,9 Millionen Euro zurück. Deutschland belegt damit hier nur noch den siebten Platz. An der Spitze lagen die USA, Belgien und Italien, gefolgt von Spanien, Schweiz und den Niederlanden.

Dokumentationen aus Frankreich erreichten ein Volumen von 2,8 Millionen Euro auf dem deutschsprachigen Markt, was einem Rückgang um acht Prozent entspricht. Im internationalen Vergleich belegte der deutschsprachige Markt damit aber immer noch Platz zwei, nach Belgien sowie vor Großbritannien und der Schweiz. Das ZDF erwarb die Produktionen "Nature: pour une réconciliation" (Hope Productions) und "Soumission chimique: pour que la honte change de camp" (CAPA).

An der Spitze bei den französischen Exporten lag 2025 erneut Belgien mit 20,2 Millionen Euro (2024: Platz eins), ein Rückgang um 18,8 Prozent. Den zweiten Platz belegten die USA mit 10,1 Millionen Euro (2024: Platz sechs), ein Zuwachs um 31 Prozent. Auf dem dritten Platz für französische TV-Verkäufe landete erneut Italien (2024: Platz drei) mit 9,3 Millionen Euro, ein Rückgang um 26,1 Prozent. Auf Platz fünf lagen Großbritannien und Irland mit 8,7 Millionen Euro (2024: Platz vier), ein Zuwachs um 10,6 Prozent. Auf Platz sechs folgte Spanien (2024: Platz fünf) mit 8,3 Millionen Euro bei einem Zuwachs von 6,2 Prozent. Kanada belegte bei einem Zuwachs von 2,3 Prozent mit 7,7 Millionen Euro erneut auf Platz.

ebe



Zuerst veröffentlicht 24.09.2026 09:01

Schlagworte: Medien, Frankreich, Fernsehen, Rendez-Vous, ebe

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