25.09.2026 10:55
Köln (epd). Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) will 76 Programmangebote bis Ende 2027 einstellen. Es handele sich um Angebote, "die ihre Zielgruppe nicht gut genug erreichen oder die nicht zu den strategischen Schwerpunkten des WDR gehören", teilte der Sender am Freitag in Köln mit.
Neben Social-Media-Kanälen, Newslettern und Websites seien auch sieben Angebote im linearen Hörfunk wie die "Satire am Sonntag" bei WDR4 und "Ex & Pop" bei WDR3 betroffen. Im linearen Fernsehen sollen neben "Frau TV" auch "Menschen hautnah" die "WDR Story" und drei weitere Formate eingestellt werden.
Programmangebote sind nicht einzelne Sendungen oder Beiträge, sondern Programmreihen und Formate sowie Web-Auftritte von Redaktionen in sozialen Netzwerken oder auf Online-Plattformen.
Bereits im April hatte Intendantin Katrin Vernau angekündigt, dass der WDR sein Programm-Portfolio bis zum Jahr 2030 von 600 auf 300 Angebote verringern wolle. Nach Angaben des Senders sollen im selben Zeitraum 80 bis 100 neue Formate entstehen, daher müssten rund 400 Programmangebote aus dem Bestand gestrichen werden.
Ab 2027 will der WDR außerdem jede dritte Stelle nach einer Verrentung nicht wiederbesetzen. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2030 133 Stellen wegfallen. In den beiden Programmdirektionen werden 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, so dass dort in den kommenden Jahren 50 Stellen abgebaut werden. Geplant sind auch Kürzungen beim Honorarumfang für freie Mitarbeiter. Beim WDR arbeiten rund 4.000 fest angestellte und 2.500 arbeitnehmerähnlich frei Beschäftigte.
In seinem Fernsehprogramm will sich der WDR mit den eigenen Ressourcen auf eine "Kernsendezeit" von 17 Uhr bis 22.15 Uhr konzentrieren. Deshalb wird das Magazin "Hier und Heute" im WDR Fernsehen um eine Stunde verkürzt und erst um 17 Uhr starten. Insgesamt soll es mehr Programmaustausch mit anderen ARD-Anstalten geben.
Anfang 2027 will der WDR über weitere Maßnahmen informieren.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
tgr
Zuerst veröffentlicht 25.09.2026 12:55
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Programm
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