26.09.2026 06:44
Düsseldorf/Köln (epd). Zu den Gewinnern des Audiopreises 2026 der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) gehören Beiträge über Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. In zehn Kategorien wurden am Freitagabend in Köln Lokalradios, Podcasts, digitale Angebote und kreative freie Produktionen für herausragende journalistische Leistungen ausgezeichnet. Die Preise sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert. Erstmals wurden auch drei Produktionen der 13 nordrhein-westfälischen Campusradios geehrt.
Der von den evangelischen Kirchen und der katholischen Kirche gestiftete Preis in der Kategorie "Gesellschaftlicher Zusammenhalt" ehrt eine Beitragsreihe von Radio Hochstift über 20 "Mutmacher", die sich trotz Herausforderungen wie Einsamkeit, Krankheit oder Behinderung nicht unterkriegen lassen, sondern Zuversicht und Hoffnung verbreiten. Die Jury würdigte den optimistischen Perspektivwechsel gegen den gesellschaftlichen Trend. Der konstruktive Ansatz der Autoren Tobias Fenneker und Dania Tölle mit authentischen und emotionalen Zitaten rege zum Mit- und Nachmachen an.
In derselben Kategorie wurde der von der Freien Wohlfahrtspflege NRW gestiftete Preis an Radio Lippewelle Hamm für einen Beitrag über Menschen mit Down-Syndrom vergeben, in dem drei Betroffene zu Wort kommen. Reporterin Simone Niewerth begegne den Menschen auf Augenhöhe und vermittle eine inklusive Haltung einladend mit einer humorvollen Leichtigkeit, lobte die Jury. Der Beitrag zeige das alltägliche Leben von Menschen mit Down-Syndrom und mache sichtbar, wie sie ihren Alltag gestalteten und welche Unterstützungsangebote dabei helfen könnten.
Den Preis in der Kategorie "Für Demokratie" bekam RTL+ für den Podcast "Braune Kinderzimmer", in dem Reporterin Angelique Geray über die Welt junger Neonazis berichtet, die sich radikalisieren und Anschläge planen. Geray war nach Angaben des Streamingdienstes getarnt monatelang in der rechtsradikalen Gruppe "Letzte Verteidigungswelle". Ihre Recherche zeige die Gedankenwelt der jungen Gewaltbereiten, die Entwicklungen zu ihrer Radikalisierung und welche Pläne sie hätten, erklärte die LfM. Sie sei zudem in Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft eingeflossen. Die Jury bezeichnete die mittlerweile siebenteilige Reihe als "außergewöhnlich mutige investigative Leistung".
In der Kategorie "Information" wurden Radio Hochstift und die Zeitung "Neue Westfälische" für das Themenprojekt "Kokain - Volksdroge im Hochstift" ausgezeichnet, in der Kategorie "Vor Ort" Radio Bonn/Rhein-Sieg für die Reportage "Das letzte Zuhause" über das Leben im Hospiz, in der Kategorie "Service und Wissen" gewann der Podcast "GEOlino Spezial" für Kinder.
Für die beste Moderation erhielt "Radio Bielefeld am Morgen" von Radio Bielefeld den Audiopreis, für die beste Unterhaltung erneut Simone Niewerth für ihren Beitrag "800 Jahre Hamm - was bei der Stadtgründung wirklich geschah". Die crossmediale Kampagne "Brabant - Der Geheimtipp vor der Haustür" gewann in der Kategorie "Audiowerbung". Außerdem wurde ein Nachwuchspreis an Ben Hettwer vom Hellweg Radio verliehen. Drei weitere Preise gingen an Campusradios: Die Beiträge beschäftigen sich mit der Bahnhofsmission, dem Alltag von nicht-binären Menschen und dem Eurovision Song Contest.
Der Audiopreis wird seit 1992 jährlich von der LfM mit Unterstützung zahlreicher Preisstifter vergeben. Ziel ist, publizistische Qualität, Innovationskraft und Vielfalt im NRW-Audiomarkt sichtbar zu machen und zu fördern. "Wer Menschen erreichen will, muss mehr leisten, als Aufmerksamkeit zu erzeugen", erklärte LfM-Direktor Tobias Schmid. "Guter Journalismus schafft Orientierung und unterhält uns im besten Fall obendrein."
lwd
Zuerst veröffentlicht 26.09.2026 08:44 Letzte Änderung: 28.09.2026 16:44
Schlagworte: Auszeichnungen, Medien, Hörfunk, ZFM, NEU
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