29.09.2026 14:57
Düsseldorf (epd). Die Landesanstalt für Medien NRW fordert ein konsequenteres Vorgehen gegen manipulative Strategien im Internet. Es gebe "erhebliche Lücken" bei Zuständigkeiten, der Durchsetzung von Regeln und im Umgang mit grenzüberschreitender Manipulation, teilte die Aufsichtsbehörde am Dienstag in Düsseldorf mit. Um den gezielten Eingriffen in den digitalen Kommunikations- und Informationsraum zu begegnen, brauche es unter anderem einen Rechtsrahmen, der den Umgang mit technischer Manipulation von Reichweite und Relevanz regelt. Auch eine klare Kennzeichnungspflicht für automatisierte und KI-generierte Inhalte sowie verbindliche Regelungen für große Online-Plattformen seien notwendig.
Hintergrund der Forderungen ist ein Gutachten des Juristen Ralf Müller-Terpitz von der Universität Mannheim, das von der Landesmedienanstalt in Auftrag gegeben wurde. Die Untersuchung geht davon aus, dass die gezielte und interessengesteuerte Beeinflussung digitaler Kommunikationsräume zunehmend zu einer Herausforderung für die öffentliche Meinungsbildung und die Demokratie geworden ist. Durch den Einsatz von Social Bots, gefälschten Online-Nachrichtenseiten, Fake-Accounts und Netzwerken, die künstlich Reichweite und Aufmerksamkeit generieren, würden Kommunikationsprozesse und die Meinungsbildung gezielt beeinflusst.
Nutzerinnen und Nutzer würden durch die Praktiken über die tatsächliche Herkunft, Relevanz und Popularität von Inhalten gezielt getäuscht, hieß es. Öffentliche Debatten würden verzerrt, Desinformation verbreite sich leichter, und das Vertrauen in Medien, Institutionen und demokratische Prozesse werde nachhaltig geschwächt. "Aus der Erfahrung der Praxis wird immer deutlicher, dass die Gefahr für die Destabilisierung der Gesellschaft eher im Bereich der technischen Manipulation des Informationsraums liegt als in einzelnen - möglicherweise fragwürdigen - Aussagen", sagte der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmid.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lwd
Zuerst veröffentlicht 29.09.2026 16:57
Schlagworte: Medien, Internet, #sagsmir
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