05.10.2026 07:45
Schwerin (epd). Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV) hat die Mittel aus dem Landeshaushalt für die Förderung von Lokal- und Regionalfernsehen vergeben. Sieben Programme erhielten für das laufende Jahr insgesamt 289.500 Euro, sagte MMV-Direktor Bert Lingnau dem epd.
Mit den erstmals vergebenen Mitteln werden folgende Lokalsender gefördert: Güstrow TV, Regio TV Rostock, Greifswald TV, Stralsund TV, TV:Schwerin, Wismar TV und Neueins Regionalfernsehen in Neubrandenburg. Die Entscheidung traf Ende August der derzeit aus zehn Personen bestehende Medienausschuss der MMV. Die Förderung ist daran gekoppelt, dass die Sender wöchentlich ein mindestens zehnminütiges Informationsprogramm ausstrahlen.
Ende März trat das neue Mediengesetz von Mecklenburg-Vorpommern in Kraft. Darin wird die Förderung des privaten Lokal- und Regionalfernsehens aus dem Landeshaushalt ermöglicht. Sie ist auf fünf Jahre bis Ende 2030 befristet, auch um einen Innovationsdruck bei den Sendern aufrechtzuerhalten. Damit die Staatsferne des Rundfunks eingehalten wird, vergibt die MMV die Gelder.
Im Landeshaushalt stehen für die Förderung in diesem Jahr 300.000 Euro zur Verfügung. Davon hat die MMV nun 96,5 Prozent vergeben. Der Restbetrag in Höhe von 10.500 Euro wird für die Verwaltungskostenpauschale der Medienanstalt verwendet, die sich pro gefördertem TV-Sender auf 1.500 Euro beläuft.
Vielfältiges und qualitätsvolles Nachrichten- und Informationsprogramm
Die Spanne der vergebenen Fördermittel reicht von rund 28.000 Euro bis knapp 50.000 Euro. Den niedrigsten Betrag erhält Güstrow TV, den höchsten Neueins Regionalfernsehen. Die unterschiedlichen Förderbeträge werden laut MMV-Direktor Lingnau individuell berechnet: Die Medienanstalt habe für jedes Programm die konkreten Kosten und die erwarteten Einnahmen berücksichtigt. Von den insgesamt neun Lokal- und Regionalfernsehsendern in dem Bundesland haben zwei - Rügen TV und Usedom TV - keine Förderung bei der MMV beantragt.
Gemäß dem Mediengesetz hat die Medienanstalt die sieben geförderten Sender zunächst bis Ende 2026 "mit der gesellschaftlichen Aufgabe" betraut, in ihrem jeweiligen Verbreitungsgebiet "ein vielfältiges und qualitätsvolles Nachrichten- und Informationsprogramm mit engem Regionalbezug" anzubieten. Laut Gesetz muss das Angebot aktuell und wöchentlich mindestens zehn Minuten lang sein, "ohne Hinzurechnung der Sendezeit für Werbung".
Nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Für 2027 kündigte MMV-Direktor Lingnau ein neues Vergabeverfahren an. Im kommenden Jahr stehen im Landeshaushalt erneut 300.000 Euro zur Verfügung, um Lokal- und Regionalfernsehen zu fördern.
Der Landesverband Regional TV MV sieht die neue Förderung von Lokal- und Regionalfernsehen zwiespältig. Durch die Verankerung im Mediengesetz gebe es zumindest "ein wenig Planungssicherheit", sagte Verbandssprecher Max Merkel dem epd. Die Förderung sei für die einzelnen Sender aber "nur ein Tropfen auf den heißen Stein". Sie reiche "nicht einmal für eine Personalstelle". Es rette die Sender nicht, aber es helfe, einige Kosten wie Mietzahlungen zu tragen.
Um "viel mehr und intensiver über das wirkliche Leben im Land" zu berichten, wäre eine umfangreichere Förderung nötig, sagte Merkel. Vor ein paar Jahren habe der Landesverband Regional TV MV ein Fördermodell vorgeschlagen, bei dem rund 50 Prozent der Aufwendungen für jeden Sender hätten abgedeckt werden können. Dabei hätte sich die Förderung auf rund 250.000 Euro pro Sender und Jahr belaufen - vorgesehen für eine zehnminütige Informationssendung, die täglich von montags bis freitags auszustrahlen wäre. Doch dieses Modell habe keine Mehrheiten gefunden.
vnn
Zuerst veröffentlicht 05.10.2026 09:45
Schlagworte: Medien, Mecklenburg-Vorpommern, MMV, Lokalsender, Förderung, vnn
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