Zeitungsverleger: Polarisierung darf nicht belohnt werden - epd medien

06.10.2026 14:39

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger sieht angesichts von algorithmusgetriebenen Nachrichten, Desinformation und der Marktmacht großer Digitalplattformen dringenden Handlungsbedarf.

BDZV-Chef Matthias Ditzen-Blanke (Archivbild)

Berlin (epd). Mit Blick auf die Marktmacht von Digitalplattformen hat der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) zu mehr Regulierung aufgerufen, um den professionellen Journalismus zu stärken. "Polarisierung darf nicht belohnt werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Matthias Ditzen-Blanke, am Dienstag beim BDZV-Jahreskongress in Berlin. In einer zunehmend von Algorithmen und gezielter Desinformation geprägten Öffentlichkeit müsse gewährleistet werden, dass vielfältige Stimmen und evidenzbasierte Informationen nicht untergehen.

Die vielfältige Medienlandschaft sei "ein kostbares gesellschaftliches Gut", das geschützt werden müsse, betonte der Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, Philipp Amthor (CDU), bei dem Kongress. Auch die Bundesregierung sei für mehr Verantwortungsübernahme von Plattformen beim Einsatz gegen Desinformation. "Regulierung weisen wir nicht mit Abscheu von uns", sagte Amthor. Für die mit der digitalen Transformation einhergehenden Probleme könnten die Antworten jedoch nicht nur beim Staat gesucht werden. Er nannte eine bessere Medienbildung als weitere Maßnahme.

Bekenntnis zu technologischem Fortschritt

Neben Diskussionen zur Zukunft der Medienbranche, über Medienbildung und die Rolle von Plattformen in der Politikvermittlung ging es bei dem eintägigen BDZV-Kongress zudem um eine Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Zustands der deutschen Medienlandschaft. "Der Puls ist kräftig, aber der Blutdruck steigt", sagte BDZV-Geschäftsführer Jörg Eggers.

Aus Sicht der Verlegerinnen und Verleger gehe es nicht darum, gegen neue Technologien zu argumentieren, betonte Eggers: "Wir wollen technologischen Fortschritt, wir investieren in ihn." Fortschritt dürfe jedoch nicht bedeuten, "dass einige wenigen internationalen Plattformen die Regeln festlegen und alle anderen danach spielen müssen". Der BDZV vertritt als Spitzenorganisation die Interessen der Zeitungsverlage und digitalen Publisher in Deutschland sowie auf EU-Ebene.

gha



Zuerst veröffentlicht 06.10.2026 16:39 Letzte Änderung: 06.10.2026 17:06

Schlagworte: Medien, Presse, Kongresse, #sagsmir, NEU

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