Hamburger Woche der Pressefreiheit gestartet - epd medien

12.10.2026 09:50

Die 4. Hamburger Woche der Pressefreiheit bietet seit Sonntag Einblicke in das journalistische Handwerk und klärt über Desinformation auf. Geplant sind fast 90 Veranstaltungen mit rund 60 Partnerorganisationen.

Hamburg (epd). NDR-Intendant Hendrik Lünenborg hat zur Eröffnung der Woche der Pressefreiheit betont, eine starke Pressefreiheit sei nicht nur für die Medien wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft. Medienschaffende müssten immer wieder prüfen, ob ihr Handwerk noch zeitgemäß sei, sagte Lünenborg am Sonntag im NDR: "Handwerk muss sich verändern und weiterentwickeln."

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) rät im Blick auf mögliche Desinformation dazu, verschiedene Quellen und Medien zu nutzen. Wichtig sei zudem, dass sich Menschen nicht nur auf Social Media im Internet austauschen, sondern auch im analogen Leben, sagte sie. Die Ministerin forderte die Europäische Union auf, die vorhandenen Gesetze zur Regulierung von Internet-Plattformen noch besser umzusetzen.

Qualität des Diskurses verbessern

Der Mitgründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia, Jimmy Wales, sagte, es sei gefährlich zu zensieren. Die Meinungsvielfalt müsse erhalten und gleichzeitig die Qualität des Diskurses im Internet verbessert werden. Er riet aber auch dazu, die sozialen Netzwerke zu vergessen, wenn man sich orientieren wolle. Er selber wolle "ernsthafte Sachen" machen.

Journalismus-Professorin Christina Elmer von der Technischen Universität Dortmund sagte, es sei nicht leicht, vertrauenswürdige Quellen zu finden. Deswegen sei es wichtig, dass das Thema Medienkompetenz stärker in Schulen verankert werde. Dazu gehörten auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und mit Deep Fakes.

Gemeinwohlorientierte Plattformen

Die Journalistin Victoria Reichelt sprach sich für eine unabhängige Instanz aus, die Einsicht in die Algorithmen von Social-Media-Internet-Plattformen bekommt und erfährt, wie die Ausspielung von Inhalten funktioniert. Zudem kritisierte sie, dass es der öffentlich-rechtliche Rundfunk verpasst habe, ähnliche Angebote wie Youtube oder Tiktok zu schaffen. Es sollte über gemeinwohlorientierte Plattformen geredet werden, forderte sie.

Die Hamburger Woche der Pressefreiheit bietet bis zum 16. Oktober Einblicke in das journalistische Handwerk und bringt Bürgerinnen und Bürger mit Medienschaffenden in den Austausch. Nach Angaben der Hamburger Medienbehörde soll in der Woche auch über Desinformation aufgeklärt und die Medienkompetenz gestärkt werden. Die Hamburger Woche der Pressefreiheit ist eine Initiative der Körber-Stiftung und der Zeit-Stiftung Bucerius. Sie umfasst fast 90 Veranstaltungen, rund 60 Partner beteiligen sich.

lnh



Zuerst veröffentlicht 12.10.2026 11:50

Schlagworte: Medien, Presse, Pressefreiheit

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