Mehrheit stößt regelmäßig auf Hass im Netz - epd medien

13.10.2026 08:47

Im Internet treffen Menschen nicht nur auf andere Meinungen, sondern auch auf extremistische und diskriminierende Aussagen. In einer Umfrage gibt fast jeder Vierte an, bereits selbst Ziel von Hassreden gewesen zu sein.

Düsseldorf (epd). Die Mehrheit der Userinnen und User in Deutschland stößt einer Untersuchung der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt zufolge regelmäßig auf Hassrede im Internet. 79 Prozent der Befragten gaben in einer forsa-Umfrage an, Hassrede im Netz zu sehen. 45 Prozent begegnen ihr häufig oder sehr häufig, wie die Landesanstalt für Medien NRW am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Wer sich im Internet bewege, komme an Hass nicht vorbei, bilanzierte der Direktor der Medienanstalt, Tobias Schmid.

Zudem richte sich Hassrede zunehmend gegen gesellschaftliche Gruppen. Die diesjährige Online-Befragung mittels strukturiertem Fragebogen richtete sich im Juni an 1.012 Internetnutzerinnen und -nutzer ab 14 Jahren.

Wahrnehmung von Hasskommentaren steigt

Die Wahrnehmung von Hasskommentaren habe sich gegenüber vorangegangenen Befragungen erhöht, hieß es. Betraf sie in der jüngsten Befragung 79 Prozent, waren es 78 Prozent im Jahr 2024 und 77 Prozent 2022. Besonders häufig wird Hass gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund wahrgenommen: 2026 waren es 51 Prozent der Befragten (2024: 46 Prozent). Hassrede gegen Frauen nehmen laut Umfrage zurzeit 44 Prozent wahr (2024: 38 Prozent).

Besonders deutlich steige die Wahrnehmung von Hass gegenüber Menschen mit anderen politischen Einstellungen (59 Prozent, 2024: 49 Prozent) und anderen Glaubens (32 Prozent, 2024: 23 Prozent). Für viele sei damit Hassrede kein Problem einzelner Gruppen mehr, sondern ein gesellschaftliches Phänomen mit Reichweite, erklärte die Landesmedienanstalt. Auch die persönliche Betroffenheit sei weiterhin hoch: Fast jeder Vierte (24 Prozent) gab an, bereits selbst Ziel von Hasskommentaren geworden zu sein.

Die jüngste forsa-Erhebung erfasste in diesem Jahr erstmals die Wahrnehmung extremistischer Inhalte im Netz. Dabei gaben 78 Prozent der Befragten an, auf Entsprechendes gestoßen zu sein, unter den bis 24-Jährigen liegt dieser Wert bei 86 Prozent. Die Inhalte werden mit einem Anteil von 74 Prozent am häufigsten dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet, dahinter folgen antisemitische (45 Prozent), linksextremistische (43 Prozent) und islamistische Inhalte (41 Prozent).

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lwd



Zuerst veröffentlicht 13.10.2026 10:47

Schlagworte: Medien, Umfragen, Internet, Gesellschaft, #sagsmir

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