Jeder fünfte Schüler von Cybermobbing betroffen - epd medien

13.10.2026 08:52

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt, die unter Mobbing im digitalen Raum leiden. Eltern und Lehrkräfte befürworten mehrheitlich ein Social-Media-Verbot.

Berlin (epd). Laut einer Studie zu Cybermobbing sind mehr Kinder und Jugendliche als noch vor zwei Jahren von Hass im Internet betroffen. Aktuell erlebten dort 20,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler Beleidigungen, Bedrohungen oder Ausgrenzungen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Bündnisses gegen Cybermobbing, Uwe Leest, am Dienstag in Berlin. Bei der Erhebung im Jahr 2024 waren noch 18,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler betroffen, im Jahr 2017 waren es nur 12,7 Prozent der Befragten.

Für die "Cyberlife VI"-Studie wurden in diesem Jahr 716 Lehrerinnen und Lehrer, 4.525 Schülerinnen und Schüler sowie 1.113 Eltern online befragt. Demnach sind 70 Prozent der befragten Lehrkräfte bereits mit Cybermobbing in Berührung gekommen. Die Kinder und Jugendlichen gaben an, dass die Mobber meist direkt aus ihrer Klasse kamen (70 Prozent). 71 Prozent gaben an, die Personen, von denen sie online gemobbt werden, persönlich zu kennen.

Lehrkräfte für Social-Media-Verbot

Leest sagte, die Ergebnisse zeigten, dass Cybermobbing ein weiter wachsendes Problem an Schulen und im privaten Umfeld von Kindern und Jugendliche sei "und sich mittlerweile auch Pädagogen und Pädagoginnen an den Schulen bei diesem Thema überfordert fühlen".

Als Lösungsansatz sprachen sich 76 Prozent der Eltern für eine Altersgrenze bei sozialen Medien aus. Bei den Lehrkräften seien es sogar 81 Prozent. Lehrkräfte befürworteten überwiegend eine Altersgrenze ab 16 Jahren für die Nutzung. Leest sagte, das Bündnis gegen Cybermobbing sehe ein solches pauschales Verbot kritisch.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lob



Zuerst veröffentlicht 13.10.2026 10:52

Schlagworte: Medien, Internet, Umfragen, #sagsmir

zur Startseite von epd medien