13.10.2026 10:04
Berlin (epd). Viele Journalistinnen und Journalisten in Deutschland sehen laut einer Studie in der Nahost-Berichterstattung die Pressefreiheit bedroht. Sie fühlten sich bei ihrer Arbeit in der Berichterstattung über den Nahostkonflikt eingeschränkt, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Freien Universität Berlin (FU). Die Ergebnisse seien zwar nicht repräsentativ. Sie lieferten jedoch erstmals belastbare Daten zum empfundenen Druck in der Nahost-Berichterstattung.
Die Untersuchung mit dem Titel "Unter Druck" beruht nach Angaben der FU auf einer Umfrage unter Berichterstattern "zur Nahost-Region und damit verbundenen Themen". Für die Studie kontaktierten Carola Richter, Jannis Julien Grimm und Nina Moya Schreieder im Mai und Juni rund 600 ausgewählte Journalistinnen und Journalisten. 30 Prozent hätten an der anonymen Online-Befragung teilgenommen.
Laut Studie gab ein Drittel (35 Prozent) der Befragten an, beim Themenkomplex Nahost ein Bedürfnis nach Selbstzensur zu verspüren. Weitere 19 Prozent antworten mit "teils/teils". Besonders ausgeprägt sei dieses Bedürfnis mit 52 Prozent unter freien Journalisten sowie mit 47 Prozent unter Medienschaffenden mit Migrationsgeschichte. Als Gründe nennen sie unter anderem Sorge vor öffentlichen Anfeindungen, möglichen Missverständnissen, vor allem aber vor erwarteten beruflichen Nachteilen.
Mehr als sieben von zehn Befragten (71 Prozent) hätten Bedrohungen im Zusammenhang mit ihrer Nahost-Berichterstattung erlebt, hieß es. 92 Prozent befürworteten eine klare Positionierung von Medien bei Menschenrechtsverletzungen. Breite Zustimmung fänden sowohl der Schutz jüdischen Lebens als auch ein Waffenstillstand in Gaza.
lob
Zuerst veröffentlicht 13.10.2026 12:04 Letzte Änderung: 13.10.2026 12:26
Schlagworte: Medien, Nahost, Journalismus, Studien, NEU
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