Kommission für Jugendmedienschutz pocht auf wirksamen Schutz im Netz - epd medien

14.10.2026 03:21

Wie lassen sich Minderjährige besser schützen im Netz? Laut der Kommission für Jugendmedienschutz mangelt es weniger an Regeln als an deren Durchsetzung - und am Willen zur Verantwortungsübernahme der Plattformbetreiber.

Berlin (epd). 80 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind laut Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) im Netz mit nicht altersgerechten Inhalten konfrontiert. Mit Blick auf die Zahlen schlägt die bundesweite Aufsichtstelle Alarm: "Wir müssen uns ehrlich machen, wo die Defizite liegen", sagte die KJM-Vorsitzende Eva-Maria Sommer am Dienstagabend in Berlin. Änderungsbedarf sieht sie bei der Durchsetzung bereits existierender Gesetze zum Jugendschutz sowie bei der Frage, wie Plattformbetreiber zu strikteren Alterskontrollen verpflichtet werden können.

Ob Handyverbot an Schulen oder Altersgrenze per Knopfdruck für alle Apps auf einmal: Maßnahmen zum Jugendschutz im Internet werden viel diskutiert. Am Mittwoch steht das Thema Kinder- und Jugendmedienschutz auch auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts. "Wir halten ein Social-Media-Verbot nicht für ein Allheilmittel", betonte die Bevollmächtigte des Landes Schleswig-Holstein beim Bund, Sandra Gerken, am Dienstag bei der Veranstaltung "KJM im Dialog". Eine Altersbegrenzung sei nur eine Stellschraube, es brauche jedoch ein ganzes Bündel an Maßnahmen.

Plattformbetreiber sollen stärker in die Pflicht genommen werden

Die KJM-Vorsitzende Sommer forderte, die Plattformbetreiber müssten beim Jugendschutz "den Löwenanteil der Verantwortung übernehmen", statt diese an die Eltern weiterzureichen. Die deutsche Rechtslage zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sei "weit davon entfernt, zahnlos zu sein", betonte sie. "Aber die ungeklärte Frage bleibt: Was passiert mit denjenigen, die sich nicht an die Regeln halten?"

Ob altersgerechte Mediennutzung beispielsweise über eine sogenannte One-Button-Lösung zu gewährleisten sei, wurde von Vertretern der Selbstkontrolleinrichtungen USK und FSM sowie der Tech-Konzerne Google und Microsoft kontrovers diskutiert. Die Idee einer in das Betriebssystem integrierten technischen Jugendvorrichtung für einen altersgerechten Zugang zu allen Apps auf einem Endgerät ist im Medienstaatsvertrag vorgesehen.

Die KJM ist die zentrale Aufsicht für den Jugendschutz im Netz und privaten Rundfunk. Sie prüft, ob Verstöße gegen diese Bestimmungen vorliegen und entscheidet über entsprechende Folgen für die Anbieter.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

gha



Zuerst veröffentlicht 14.10.2026 05:21

Schlagworte: Medien, Jugend, #sagsmir

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