15.10.2026 03:37
Saarbrücken (epd). Der Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR), Martin Grasmück, blickt mit Sorge auf die Einnahmesituation der öffentlich-rechtlichen Sender. "Wir sehen hier beim Saarländischen Rundfunk nicht, dass die Einnahmen so wie angenommen steigen", sagte der 56-Jährige in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bestimmte Annahmen, die die Finanzkommission KEF in ihrem jüngsten Bericht getroffen habe, seien "so nicht eingetroffen". Es sei aber "extrem wichtig", dass die Sender zumindest eine verringerte Erhöhung des Rundfunkbeitrags erhalten.
Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte 2024 eine Beitragserhöhung um 58 Cent auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 vorgeschlagen. Die Bundesländer setzten dies jedoch nicht um, ARD und ZDF klagten deswegen beim Bundesverfassungsgericht. Das Urteil steht noch aus. Zuletzt empfahl die KEF nur noch eine Erhöhung auf 18,64 Euro zum 1. Januar 2027. Hintergrund war die Annahme, dass es künftig höhere Finanzerträge bei den Sendern und mehr beitragspflichtige Wohnungen geben werde.
Grasmück äußerte die Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht "auch dieses Mal" die Position des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stärkt. "Das System, in dem sich 16 Bundesländer einigen, ist leider an seine Grenzen gekommen", sagte er. Doch auch wenn die Beitragserhöhung komme, herrsche weiter immenser Spardruck: "Die Erhöhung würde nicht ansatzweise die Inflationsrate ausgleichen. Und da haben wir noch gar nicht von dem Investitionsbedarf mit Blick auf die Herausforderungen durch die Big-Tech-Plattformen und KI gesprochen."
Der SR hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit von 4,5 Millionen Euro abgeschlossen. Dies entspricht nach Angaben des Senders der Ertragslücke aus der nicht umgesetzten Beitragsempfehlung der KEF. Grasmück sagte, durch einen 2024 verabschiedeten Strategie- und Maßnahmenplan habe sich der SR für die von 2025 bis 2028 laufende Beitragsperiode zusätzlichen Spielraum verschafft. "Wir werden aber nicht nachlassen, weiter unsere Strukturen zu optimieren", betonte der Intendant, der im Juni für eine zweite Amtszeit bis 2033 wiedergewählt wurde.
Gemäß dem Strategieplan wird unter anderem das Schlossgebäude auf dem Saarbrücker Halberg verkauft, in dem derzeit unter anderem die SR-Intendanz sitzt. Der Veräußerungsprozess starte in Kürze, kündigte Grasmück an. Am Ende müssten allerdings die SR-Gremien, das Land und der Landtag zustimmen. Das Schloss sei ein Gebäude, das "sehr eng mit der Geschichte des Saarlandes verbunden" sei.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
Zuerst veröffentlicht 15.10.2026 05:37
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, INT, #sagsmir
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