Kartellamt gibt NOZ-Übernahme der Zeitungsgruppe Ostfriesland frei - epd medien

21.10.2026 10:55

Die Osnabrücker NOZ/mh:n Mediengruppe darf die Mehrheit an der Zeitungsgruppe Ostfriesland übernehmen. Das Bundeskartellamt sieht zwar Wettbewerbsprobleme, kann den Zusammenschluss aber nicht untersagen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes

Bonn (epd). Das Bundeskartellamt hat die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der Zeitungsgruppe Ostfriesland in Leer durch die Osnabrücker NOZ/mh:n Mediengruppe freigegeben. "Wir haben den Zusammenschluss freigegeben, obwohl er in einzelnen Regionen Ostfrieslands zu erheblichen Wettbewerbsproblemen führen könnte", sagte Behördenpräsident Andreas Mundt am Mittwoch in Bonn. Im Rheiderland entfalle der bisherige Wettbewerb zwischen zwei regionalen Tageszeitungen sogar vollständig.

Für eine Untersagung gebe es gesetzliche Grenzen, erklärte Mundt. "Wenn die betroffenen Märkte eine bestimmte Umsatzschwelle nicht erreichen, kann das Bundeskartellamt einen Zusammenschluss grundsätzlich nicht untersagen. Das ist hier der Fall."

Wettbewerb im Rheiderland entfällt

Die Behörde darf einen Zusammenschluss eigenen Angaben zufolge nicht verbieten, wenn die Umsätze auf den betroffenen Märkten im vergangenen Kalenderjahr unter 20 Millionen Euro lagen. Für Zeitungen und Zeitschriften gälten zwar strengere Regeln, wonach eine Untersagung bereits ab einem Marktvolumen von fünf Millionen Euro möglich wäre. Aber auch diese Schwelle werde in diesem Falle nicht erreicht.

Zur Zeitungsgruppe Ostfriesland gehören die "Ostfriesen-Zeitung", die "Ostfriesischen Nachrichten", der "General-Anzeiger" und die "Borkumer Zeitung". Die NOZ/mh:n Mediengruppe verbreitet im Nordwesten unter anderem die "Neue Osnabrücker Zeitung" und im südlichen Ostfriesland die "Rheiderland Zeitung".

Selbe Unternehmensgruppe

Bis in jüngster Vergangenheit gehörte ihr auch der im nördlichen Ostfriesland erscheinende "Ostfriesische Kurier". Diese Zeitung hat sie zum 1. September 2026 an die OM-Mediengruppe mit Sitz in Emstek im Oldenburger Münsterland veräußert.

Im Rheiderland war die "Ostfriesen-Zeitung" bislang der einzige Wettbewerber der "Rheiderland Zeitung". Künftig gehören beide Titel zur selben Unternehmensgruppe.

lnb



Zuerst veröffentlicht 21.10.2026 12:55 Letzte Änderung: 21.10.2026 13:02

Schlagworte: Medien, Presse, Unternehmen, #sagsmir, NEU

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