21.10.2026 11:37
München (epd). Für mehr Vernunft und Stabilität in der öffentlichen Debatte über Künstliche Intelligenz (KI) hat die politische Philosophin Annette Zimmermann plädiert. "Wo ein Hype ist, ist die Panik nicht fern", sagte die KI-Expertin und Professorin der Universität Bayreuth am Mittwoch bei der Eröffnung der Medientage München. Beides lenke jedoch von den fundamentalen Fragen ab, mit denen die Gesellschaft beim Thema KI konfrontiert sei. Dazu gehörten unter anderem Verletzungen der Persönlichkeitsrechte sowie die Umweltbelastung durch große Rechenzentren.
Die 40. Medientage München finden vom 21. bis 23. Oktober unter dem Motto "Own it!" statt. Die dreitägige Konferenz wird von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien veranstaltet und versteht sich als Netzwerk- und Diskussionsplattform der Branche. Hauptthema ist in diesem Jahr das Thema KI im Journalismus.
Zimmermann, die in Harvard und Oxford studiert hat, verwies auf die Asymmetrie von KI in der Gesellschaft: Ihre Nachteile seien momentan global breit gestreut, während sich die Vorteile "auf eine kleine Minderheit von Tech-Unternehmern und politischen Machthabern konzentrieren", sagte die Expertin. So sei die aktuelle KI-Welle nur möglich, weil in Ländern wie Kenia schlecht bezahlte Content-Moderatoren stundenlang "enorm belastende Inhalte" sichteten. Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Ungleichgewicht fände derzeit nicht statt.
Die Ethikerin forderte einen politischen Sinneswandel, der die Interessen der Gesellschaft bei KI in den Blick nehme. Nötig sei dabei kein "Partizipationstheater", sondern die transparente Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über die wichtigsten ethischen Aspekte von KI.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lbm
Zuerst veröffentlicht 21.10.2026 13:37
Schlagworte: Medien, Kongresse, #sagsmir
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