22.10.2026 10:00
München (epd). KI-Videos sind laut einer neuen Studie der Landesmedienanstalten im Alltag angekommen. 56,4 Millionen Menschen in Deutschland sind bereits auf solche Videos gestoßen (79 Prozent), wie aus den "Video Trends" hervorgeht, die am Donnerstag bei den Medientagen München vorgestellt wurden. 68 Prozent davon hätten schon einmal ein KI-Video für echt gehalten, obwohl sich viele nach eigenen Angaben beim Erkennen für sicher halten.
Grundlage der Zahlen ist eine repräsentative Befragung deutschsprachiger Personen ab 14 Jahren mit Internetzugang. 72 Prozent vertrauten der Echtheit von Bewegtbild weniger als früher, heißt es in der Studie. 91 Prozent forderten eine Kennzeichnungspflicht für Inhalte, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. Dies werde besonders bei Nachrichten und politischen Inhalten erwartet. 83 Prozent sind für ein Verbot von Deepfakes, bei denen etwa konkrete Gesichter ausgetauscht oder Stimmen imitiert werden.
Der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Thorsten Schmiege, sprach von einem "Auftrag an die Medienpolitik, einen Rahmen zu schaffen, der Innovation ermöglicht und zugleich Verlässlichkeit und Transparenz von Medienangeboten sichert". Anspruch der Medienanstalten müsse es sein, diese Regeln konsequent, aber mit Augenmaß umzusetzen.
Den "Video Trends" zufolge konsumieren 93 Prozent täglich Bewegtbild-Formate. Lineares Fernsehen bleibt ein wichtiger Zugang (56 Prozent), während soziale Medien wie Instagram oder Snapchat (61 Prozent) und Videoplattformen wie Youtube oder Tiktok (48 Prozent) insbesondere für Jüngere an Bedeutung gewinnen. 30 Prozent nutzen täglich Streamingdienste wie Netflix oder Prime Video, 21 Prozent greifen auf Sender-Mediatheken zu. Das Alter präge zunehmend, wie und wo Bewegtbild genutzt wird.
Zunehmend werden auch sogenannte Creator-Beiträge zur Nachrichtenquelle. 45 Prozent der unter 30-Jährigen hielten Creator-Videos, die in sozialen Medien veröffentlicht werden, für eine wichtige Informationsquelle. Bei diesen Videos seien Präsentationsstil, Feed-Ausspielung und schnelle Orientierung wichtiger als das Vertrauen in die Absender. Zugleich blieben Rollen und Grenzen zwischen Information und Meinung teilweise unklar, heißt es.
Seit 2005 erheben die Medienanstalten jährlich Daten und Fakten zu aktuellen Entwicklungen der Bewegtbildnutzung in Deutschland. Die "Video Trends" hießen bis 2021 "Digitalisierungsbericht Video".
rid
Zuerst veröffentlicht 22.10.2026 12:00 Letzte Änderung: 22.10.2026 12:26
Schlagworte: Medien, Internet, Fernsehen, Wissenschaft, #sagsmir, NEU
zur Startseite von epd medien