28.10.2026 13:14
München (epd). Künstliche Intelligenz (KI) ist nach einer Untersuchung in den bayerischen Medienhäusern angekommen, doch nur sieben Prozent der befragten Unternehmen sehen sie als zentralen Bestandteil ihrer Wertschöpfung. Das sind zwei Ergebnisse des am 21. Oktober in München vorgestellten Reports "Status quo: KI in den Medien", für den das Media Lab Bayern und das KI-Kompetenzzentrum Medien (KI.M) von Juni bis September 118 Medienschaffende in Bayern befragten.
Einerseits experimentiere die Branche in Bayern intensiv mit KI und blicke überwiegend optimistisch auf die Möglichkeiten der Technologie, hält der Report fest. Doch eine grundlegende Transformation des Mediengeschäfts sei bislang ausgeblieben. KI-Anwendungen gehörten für die Mehrheit der Medienhäuser zum Arbeitsalltag: 85 Prozent hätten mindestens ein KI-Projekt im täglichen Einsatz, aber nur 31 Prozent der Befragten gaben an, dass bei ihnen mehrere Projekte im täglichen Einsatz seien.
83 Prozent der Befragten erklärten, dass in ihrem Haus die KI für die Erstellung von Texten genutzt wird, 79 Prozent sagten, sie werde für die Transkription von Audio-Aufnahmen genutzt. Für Übersetzungen wurde sie von 67 Prozent verwendet. Nur 45 Prozent nutzten sie für Coding und 37 Prozent für Agenten-Systeme.
Für zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) sind laut Report weiterhin rechtliche Unsicherheiten die größte Hürde für den erfolgreichen Einsatz von KI. 54 Prozent der Befragten hätten angegeben, es fehle an "KI-Know-how", 52 Prozent hätten über mangelnde Ressourcen geklagt und 47 Prozent sagten, es fehle an einer Strategie und Führung für den Einsatz von KI.
Branchenweit vermissen 38 Prozent der Befragten europäische KI-Anwendungen; bei den Häusern, die mehrere KI-Projekte im Einsatz haben, sind es sogar 57 Prozent.
Nur 16 Prozent der Befragten gaben an, dass bei ihnen im Haus der Effekt des KI-Einsatzes gemessen werde, weitere 32 Prozent sagten, dass die Effekte "teilweise" gemessen würden. In den Unternehmen, in denen der Effekt der KI-Einsätze gemessen wird, geht es vor allem um Zeitersparnis (37 Prozent) und Kostenreduktion (25 Prozent). Umsatzsteigerung oder die Steigerung der Reichweite wurden nur in 19 beziehungsweise 18 Prozent der Fälle genannt.
Drei Fünftel der Medienhäuser verfügen laut dem Report über Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ob es diese Regeln gibt und was geregelt wird, hängt stark von der Größe der Unternehmen ab. Während 97 Prozent der Unternehmen mit mehr als 97 Mitarbeitern über KI-Richtlinien verfügen, ist dies nur bei 48 Prozent der Häuser mit weniger als 50 Mitarbeitenden der Fall. Nur ein Viertel der Befragten (26 Prozent) gab an, dass ihr Haus über umfassende Richtlinien für die Nutzung von KI verfüge. 59 Prozent sagten, ihr Haus habe Richtlinien, wie KI bei bestimmten redaktionellen Inhalten eingesetzt werden darf, 53 Prozent sagten, es gebe Regeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten. Nur 39 Prozent verfügen über Regeln, wie Inhalte zu kennzeichnen sind, die mithilfe von KI entstanden sind.
Das Media Lab Bayern und das KI-Kompetenzzentrum Medien werden von der Bayerischen Staatskanzlei und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) gefördert.
dir
Zuerst veröffentlicht 28.10.2026 14:14
Schlagworte: Medien, Studien, Digitalisierung, KI, Bayern, Roether
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