Liminski betont gesellschaftliche Bedeutung des Lokaljournalismus - epd medien

02.11.2026 17:30

Lokaljournalistinnen und -journalisten sind in Köln für ihre Arbeit ausgezeichnet worden. NRW-Medienminister Liminski würdigte dabei die Stärke des Lokaljournalismus: menschliche Nähe.

Köln (epd). NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) hat die Bedeutung des Lokaljournalismus unterstrichen. Wo frei berichtet, gefragt und geprüft werden könne, bleibe eine Gesellschaft "offen, streitbar und lernfähig", erklärte Liminski bei der Verleihung des Deutschen Lokaljournalistenpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung am Montag in Köln. Gerade in Zeiten von Desinformation und Deepfakes gewinne das Vertrauen in glaubwürdige Medien wieder an Bedeutung.

"In der menschlichen Nähe liegt die größte Stärke des Lokaljournalismus", betonte er. Lokale Reporterinnen und Reporter verfügten über große Expertise. Wenn sie sorgfältig berichteten, könnten Menschen die Fakten selbst in ihrer Lebensrealität überprüfen. "Diese Glaubwürdigkeit kann kein anonymer Algorithmus bieten", sagte er. Durch Nähe enstehe Vertrauen. Der Minister rief die Medienhäuser auf, sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten "klar zur publizistischen Verantwortung vor Ort" zu bekennen.

Beitrag zu einer lebendigen Demokratie vor Ort

Den mit 6.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt der "Kölner Stadt-Anzeiger" für seine Serie "100 Ideen für Köln" zur Kommunalwahl. Kommunalwahlen seien nach wie vor einer der größten Herausforderungen für eine Regionalzeitung, heißt es in der Jury-Begründung. Die Redaktion habe "einfach mal den Spieß umgedreht": Nicht die Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt oder das Stadtparlament hätten im Mittelpunkt der Berichterstattung gestanden, sondern die Kölnerinnen und Kölner. Die Serie sei ein Beispiel, wie Regionalzeitungen "zu einer lebendigen Demokratie vor Ort" beitragen könnten.

Den zweiten Preis (3.000 Euro) gewann die "Saarbrücker Zeitung" für ihre investigative Recherche zu einer Affäre um die Neunkircher Verkehrsgesellschaft. Platz drei (1.500 Euro) ging an die Redaktion des "Berchtesgadener Anzeigers" für die Idee eines Live-Tickers zu den Ereignissen vor Ort während des Kriegsendes vor 80 Jahren. Den Sonderpreis für Volontärsprojekte erhielten sechs Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten der "Freien Presse Chemnitz für ihr Projekt "Gehen oder Bleiben", in dem sie jüngeren Menschen eine Stimme gegeben hätten, für die "diese Frage allgegenwärtig ist", erklärte die Jury.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lwd



Zuerst veröffentlicht 02.11.2026 18:30

Schlagworte: Medien, Auszeichnungen, #sagsmir

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