Studie: Minderjährige empfinden auch Fake-Nacktbilder als belastend - epd medien

05.11.2026 12:34

Für Kinder und Jugendliche macht es offenbar keinen großen Unterschied, ob intime Online-Bilder von ihnen mit KI generiert wurden oder es sich um authentische Aufnahmen handelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Landesmedienanstalt NRW.

Düsseldorf (epd). Kinder und Jugendliche machen laut einer Studie bei der Bewertung von intimen Darstellungen von sich im Internet kaum einen Unterschied, ob es sich um KI-generierte oder echte Bilder handelt. In einer Erhebung der Landesanstalt für Medien NRW erklärten 90 Prozent der Befragen im Alter von elf bis 17 Jahren, sie würden einen sexuellen Deepfake von sich als genauso schlimm empfinden wie ein authentisches Nacktbild, wie die Landesmedienanstalt am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Für die Studie wurden mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland befragt.

Über zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) fürchteten zudem, dass von ihnen ein KI-generiertes Nacktbild oder -video erstellt werden könnte. Besonders groß war die Sorge bei Mädchen (75 Prozent) und den Elf- bis 13-Jährigen (72 Prozent). "Die Bilder sind fake, die Bloßstellung ist real. Deshalb brauchen wir rechtlichen Schutz und frühzeitige Prävention", sagte der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmid. Darum sei es "ein wichtiger Schritt", dass die Bundesregierung mit ihrem Gesetzentwurf zum Schutz vor digitaler Gewalt auch gegen sexuelle Deepfakes vorgehen wolle.

Sexuelle Deepfakes vor allem über soziale Medien verbreitet

16 Prozent der befragten Jugendlichen und acht Prozent der befragten Kinder gaben an, bereits einen sexuellen Deepfake gesehen zu haben. Am häufigsten geschah dies über Social Media (45 Prozent), gefolgt von öffentlichen Gruppen und Kanälen (19 Prozent).

Eine große Mehrheit der Minderjährigen (91 Prozent) nahm Belästigungen von Mädchen und Frauen im Internet genauso ernst wie im realen Leben. Zugleich stimmten 27 Prozent der Befragten aber auch der Aussage zu, Mädchen trügen eine Mitschuld an Online-Belästigungen, wenn sie sich freizügig zeigten. 30 Prozent glaubten überdies, manche Belästigungsvorwürfe würden nur erhoben, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lwd



Zuerst veröffentlicht 05.11.2026 13:34

Schlagworte: Medien, Internet, Jugend, #sagsmir

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