19.11.2025 12:13
Luxemburg (epd). Die RTL Group erwartet vor allem aufgrund rückläufiger Werbeeinnahmen im TV-Geschäft einen Umsatzrückgang auf 6,0 bis 6,1 Milliarden Euro für das laufende Jahr. Nachdem man im vergangenen Jahr noch 6,25 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte und bislang von einem Wachstum auf bis zu 6,45 Milliarden ausgegangen war, korrigierte der Konzern seine Prognose nun deutlich nach unten. Das Adjusted Ebita, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, liegt voraussichtlich nur noch bei rund 650 Millionen Euro, nachdem zuvor 780 Millionen erwartet worden waren, wie die RTL Group am 18. November in Luxemburg mitteilte.
In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Umsatz um 2,2 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Dabei gingen die Umsätze in der klassischen TV-Werbung um 7,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zurück. Im dritten Quartal betrug das Minus sogar 8,3 Prozent. Der deutliche Zuwachs im digitalen Werbeumsatz mit 31,7 Prozent konnte das nicht ausgleichen. Mit 345 Millionen Euro liegt dieser nur bei gut einem Drittel der Umsätze aus dem klassischen TV-Geschäft.
War man zuletzt noch davon ausgegangen, dass die TV-Werbeumsätze im zweiten Halbjahr leicht steigen, so wird nun von einem Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Deutschland ausgegangen. Für Frankreich wird sogar ein Rückgang von mehr als zehn Prozent erwartet.
Ebenfalls auf das Ergebnis der Gruppe drücken die Rückgänge bei der Tochter Fremantle, in der hauptsächlich die Contentproduktion gebündelt ist. Hier sank der Umsatz zwischen Januar und September um 5,1 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Das Unternehmen macht dafür unter anderem niedrigere Umsätze in den USA dafür verantwortlich.
Positive Entwicklungen gibt es beim Streaming - sowohl wegen eines Zuwachses bei den zahlenden Abonnenten als auch höherer Abo-Preise in Deutschland. Bis Ende September hatte die RTL Group 7,59 Millionen zahlende Abonnenten für seine Streamingdienste. Bis Ende des Jahres soll die Acht-Millionen-Marke geknackt sein. 2026 soll der Streaming-Bereich dann profitabel werden.
Der scheidende RTL-Chef Thomas Rabe erklärte: "Das Marktumfeld bleibt herausfordernd, mit einem Rückgang der TV-Werbeeinnahmen in unseren Kernmärkten und einer beschleunigten Verlagerung vom linearen Fernsehen zum Streaming." Alle Streaming-Leistungsindikatoren - Umsatz, zahlende Abonnenten und Sehdauer - zeigten jedoch weiterhin in die richtige Richtung.
Die kurzfristigen Herausforderungen änderten nichts am mittelfristigen bereinigten Ebita-Ziel von einer Milliarde Euro. "Dieser basiert auf unseren starken Marktpositionen, der Rentabilität des Streaming-Geschäfts ab 2026, Synergien aus der Übernahme von Sky Deutschland in Höhe von 250 Millionen Euro, erheblichen Kostensenkungen und Vorteilen durch künstliche Intelligenz", sagte Rabe. Sein Nachfolger als RTL-CEO wird im Mai 2026 Clément Schwebig, zurzeit President und Managing Director Western Europe & Africa bei Warner Bros. Discovery.
koe
Zuerst veröffentlicht 19.11.2025 13:13
Schlagworte: Medien, Unternehmen, RTL, Werbung, Thomas Rabe
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