08.12.2025 17:27
Saarbrücken (epd). Der Rundfunkrat des Saarländischen Rundfunks (SR) hat den Wirtschaftsplan 2026 mit einem geplanten Defizit von 4,5 Millionen Euro einstimmig verabschiedet. Die Zeiten seien wirtschaftlich gesehen "leider nicht besser" geworden, erklärte der Rundfunkratsvorsitzende Thomas Jakobs am Montag in Saarbrücken. Erträgen von 142,3 Millionen Euro stehen im beschlossenen Wirtschaftsplan Aufwendungen von 146,8 Millionen Euro gegenüber.
Die Ertragsplanung basiert den Angaben zufolge auf der Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vom Februar 2024, den Rundfunkbeitrag zum 1. Januar 2025 um 58 Cent auf 18,94 Euro monatlich anzuheben. Weil die Politik dies bisher nicht umgesetzt hat, läuft zurzeit noch eine Beschwerde von ARD und ZDF beim Bundesverfassungsgericht. Wann eine Entscheidung fällt, ist noch unklar.
Um auf entsprechende Szenarien reagieren zu können, hat der Rundfunkrat Mittelsperren in Höhe von 2,9 Millionen Euro zugestimmt. Diese seien im investiven Bereich und nicht im Programm vorgesehen, betonte Jakobs. Dazu zählen den Angaben zufolge etwa Asphaltarbeiten oder die Erneuerung von Fenstern und Türen im Konferenzgebäude. Sollte sich die Lage entspannen, könnten die Sperren wieder aufgehoben werden, unterstrich der Rundfunkratsvorsitzende.
SR-Intendant Martin Grasmück betonte, dass der SR zurzeit in einer Phase sei, in der auf Entscheidungen gewartet werden müsse: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk macht gerade sehr anspruchsvolle Zeiten durch." Die Zustimmung zum Wirtschaftsplan 2026 sei eine Rückendeckung und eine "sehr gute Basis für einen Programmerfolg des Saarländischen Rundfunks für 2026 und darüber hinaus".
Der Rundfunkrat stimmte auch dem turnusgemäßen Wechsel auf der Position des stellvertretenden Intendanten einstimmig zu: Ab 1. Januar 2026 löst SR-Verwaltungs- und Betriebsdirektor Martin Stephan zusätzlich zu seinem Direktorenamt auf diesem Posten Programmdirektorin Sonja von Struve ab.
lwd/nbl
Zuerst veröffentlicht 08.12.2025 18:27 Letzte Änderung: 09.12.2025 11:10
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, NEU
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