Kritik an FBI-Hausdurchsuchung bei Reporterin der "Washington Post" - epd medien

15.01.2026 04:50

Das FBI durchsucht die Wohnung der "Washington Post"-Journalistin Hannah Natanson. Das löst teils Empörung aus, während FBI-Direktor Patel erklärt, die nationale Sicherheit sei durch Natansons Arbeit in Gefahr gebracht worden.

Washington (epd). Medienvertreter in den USA haben die FBI-Hausdurchsuchung bei einer Reporterin der Zeitung "Washington Post" kritisiert. Die Ermittlungsbehörde hingegen stellt den Einsatz als Maßnahme zum Schutz der nationalen Sicherheit dar. In den frühen Morgenstunden am Mittwoch hatten FBI-Beamte die Wohnung der Journalistin Hannah Natanson durchsucht.

Das sei eine "enorme Eskalation" des Vorgehens der Regierung gegen die Unabhängigkeit der Presse, beklagte der Verband "Reporters Committee for Freedom of the Press". FBI-Direktor Kash Patel rechtfertigte auf der Plattform X die Durchsuchung. Die betroffene Person habe angeblich geheime Informationen von einem Vertragspartner der Regierung erhalten, darüber berichtet und "unsere Krieger gefährdet und Amerikas nationale Sicherheit in Gefahr gebracht". Der Vertragspartner sei festgenommen worden.

Berichte über Entlassungen von Regierungsmitarbeitern

Nach Angaben der "Post" beschlagnahmten das FBI Natansons Telefon, eine Smartwatch und zwei Laptops. Die Beamten hätten Natanson informiert, dass sie nicht die Zielperson der Ermittlungen sei. Natanson hatte in der Zeitung intensiv über umfassende Entlassungen von Regierungsmitarbeitern unter Präsident Donald Trump berichtet. Im Dezember schrieb Natanson in der "Post" über ihre Recherche. Mehr als 1.000 Regierungsangestellte hätten sie vertraulich kontaktiert.

Der Exekutivdirektor von "Reporters Without Borders USA", Clayton Weimers, betonte im Fernsehsender CNN, Reporter dürften geheime Informationen veröffentlichen. Gerichte hätten dieses verfassungsmäßige Recht "wieder und wieder bestätigt". Der Medienexperte Jameel Jaffer von der Columbia University in New York City bezeichnete die FBI-Aktion in der "New York Times" als "äußerst besorgniserregend".

Die "Washington Post" gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos. Dem Milliardär wird seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 nachgesagt, er stelle sich auf die Seite des Präsidenten. So hat Bezos angeordnet, die Meinungsseiten der "Post" müssten sich auf die beiden Grundpfeiler "persönliche Freiheiten und freie Märkte" stützen.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

ege



Zuerst veröffentlicht 15.01.2026 05:50

Schlagworte: USA, Medien

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