NDR und SWR erwarten 2026 laut Haushaltsplänen Defizit - epd medien

15.01.2026 10:59

Auch beim NDR und beim SWR haben die Gremien die Haushaltspläne für 2026 genehmigt. Bei beiden Sendern werden demnach die Aufwendungen höher sein als die Erträge.

Hamburg (epd). Der Rundfunkrat des NDR hat den Wirtschaftsplan des Senders in seiner Sitzung am 28. November genehmigt. Wie der NDR dem epd mitteilte, plant der Sender für das Jahr 2026 mit Erträgen in Höhe von 1,246 Milliarden Euro. Diesen stehen Aufwendungen in Höhe von 1,281 Milliarden Euro gegenüber. Der Wirtschaftsplan schließe demnach mit einem handelsrechtlichen Minus von rund 35 Millionen Euro.

Die stellvertretende Rundfunkratsvorsitzende Cornelia Höltkemeier sagte, finanziell sei der NDR für das Jahr 2026 stabil aufgestellt. Die medienpolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen seien jedoch unsicher und könnten die Lage in der laufenden Beitragsperiode noch deutlich beeinflussen.

Das Geschäftsjahr 2024 hat der NDR laut Geschäftsbericht mit einem Minus von 18 Millionen Euro abgeschlossen. Gemeldet worden war Ende Juni in der Abrechnung des Wirtschaftsplans ein Defizit von 22,8 Millionen Euro. Nach Angaben des NDR können sich die Abrechnung des Wirtschaftsplans und die handelsrechtliche Ertrags- und Aufwandsrechnung im Ergebnis unterscheiden. In der Abrechnung des Wirtschaftsplans würden "noch weitere Effekte berücksichtigt, zum Beispiel die Zinsentwicklung bei den Altersversorgungsrückstellungen". Insgesamt nahm der Sender 1,22 Milliarden Euro ein, davon stammten 1,048 Milliarden Euro aus Rundfunkbeiträgen.

SWR erwartet Bilanzverlust von 22,5 Millionen Euro

Auch der SWR plant im kommenden Jahr in der Ertrags- und Aufwandsrechnung mit einem negativen Ergebnis. Erträgen von 1,364 Milliarden Euro stehen Ausgaben von 1.387 Milliarden Euro gegenüber, wie sich aus dem Haushaltsplan ergibt, der am 21. November vom SWR-Verwaltungsrat festgestellt und am 5. Dezember vom SWR-Rundfunkrat genehmigt wurde. Daraus ergibt sich ein prognostizierter Bilanzverlust von 22,5 Millionen Euro.

Zur Ermittlung des geplanten operativen Ergebnisses werde das Bilanzergebnis um die Faktoren korrigiert, die der SWR nicht beeinflussen könne, sagte eine Sprecherin dem epd auf Anfrage. Dabei handele es sich vor allem um Zusatzaufwendungen oder Zusatzerträge bei der Rückstellungszuführung für die Altersversorgung. Das operative Ergebnis wird laut Haushaltsplan im Jahr 2026 bei minus 77,48 Millionen Euro liegen.

Fehlbetrag wird aus Eigenmitteln gedeckt

In Jahren mit niedrigen Zinsen sei das operative Ergebnis besser gewesen als das Bilanzergebnis, erläuterte die Sprecherin. Nach der Zinswende sei nun aber das Bilanzergebnis besser. Das operative Ergebnis sei im SWR vor vielen Jahren als neue Steuerungsgröße eingeführt worden, "um das tatsächliche wirtschaftliche Ergebnis, das aus dem aktiven wirtschaftlichen Handeln des SWR resultiert, unmittelbar aus der Ertrags- und Aufwandsrechnung ablesbar zu machen".

Im Finanzplan erwartet der SWR im Jahr 2026 einen Fehlbetrag von rund 81 Millionen, der aus Eigenmitteln gedeckt werden soll. Das Bilanzergebnis der Ertrags- und Aufwandsplanung werde im Finanzplan um nicht-liquiditätswirksame Erträge und Aufwendungen korrigiert, erklärte die Sprecherin. Darunter befänden sich unter anderem Abschreibungen sowie Zuführungen oder Entnahmen bei den Rückstellungen. Zusätzlich berücksichtigt würden "die Investitionen und die Veränderung des Deckungsstocks für die Altersversorgung".

dir/rid



Zuerst veröffentlicht 15.01.2026 11:59 Letzte Änderung: 15.01.2026 14:53

Schlagworte: Medien, Rundfunk, ARD, NDR, SWR, rid, dir, NEU

zur Startseite von epd medien