10.02.2026 10:14
Frankfurt a.M. (epd). ARD und ZDF zahlen für Übertragungsrechte an der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer im Sommer 2026 nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) rund 152 Millionen Euro an die Deutsche Telekom. Beide öffentlich-rechtlichen Sender überweisen jeweils die Hälfte, also etwa 76 Millionen Euro, an den Telekommunikationskonzern als Rechteinhaber. Darin enthalten ist die Umsatzsteuer. Weder ARD und ZDF noch die Telekom wollten sich auf Nachfrage dazu äußern. Sie verwiesen darauf, dass die Vertragsdetails vertraulich seien.
Die Deutsche Telekom hatte im Mai 2025 vom Fußball-Weltverband FIFA sämtliche Übertragungsrechte an der WM 2026 für den deutschen Markt erworben. Das Turnier findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Erstmals nehmen 48 Mannschaften teil. Insgesamt gibt es 104 Spiele, die alle von der Telekom in ihrem Bezahlangebot Magenta TV übertragen werden. Im Oktober vorigen Jahres einigte sich die Telekom mit der SportA, der Rechteagentur von ARD und ZDF, auf eine Sublizenzierung.
Demnach können ARD und ZDF jeweils 30 WM-Spiele, also insgesamt 60 Partien, live übertragen. Dazu gehören unter anderem alle deutschen Begegnungen, das Eröffnungsspiel, die Halbfinals sowie das Endspiel. Die öffentlich-rechtlichen Sender dürfen zudem über alle WM-Partien in Zusammenfassungen berichten. Für die ARD ist darüber hinaus eine Audioberichterstattung über alle WM-Spiele eingeschlossen. Bei Magenta TV werden somit 44 Begegnungen exklusiv zu sehen sein, darunter elf KO-Spiele.
Die Spiele der Weltmeisterschaft in Nordamerika finden, bezogen auf die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), zu 16 unterschiedlichen Anstoßzeiten statt. Das sieht der WM-Spielplan vor, der Anfang Dezember 2025 öffentlich bekannt wurde. Bei 53 Begegnungen - und damit etwas mehr als die Hälfte der Spiele - liegen die MESZ-Anstoßzeiten zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens. Bei den übrigen 51 Partien zwischen 18 und 23 Uhr. 22 der 32 KO-Spiele werden zwischen 18 und 23 Uhr angepfiffen. Anstoß für die drei deutschen Gruppenspiele ist einmal um 19 Uhr und zweimal um 22 Uhr MESZ.
Von dieser hohen Anzahl verschiedener Anstoßzeiten gingen ARD und ZDF offenbar nicht aus: "Die Rechtenehmer wurden nicht vorab darüber informiert, dass die FIFA im Dezember 2025 im Rahmen der Auslosung der WM-Gruppenspiele auch eine Ausweitung der Anstoßzeiten festlegte", erklärten ARD und ZDF auf epd-Anfrage.
Fragen etwa dazu, inwieweit sich dadurch die Teilfinanzierung der WM-Rechte über Werbung verschlechtere, beantworteten ARD und ZDF nicht. Die Anstalten dürfen in ihren Hauptprogrammen nur montags bis samstags bis 20 Uhr Werbung ausstrahlen, sonntags ist Werbung unzulässig. Zu den Auswirkungen durch die verschiedenen Anstoßzeiten äußerte sich auch die Telekom nicht. Man kommentiere "interne Vorgänge, hier im Zusammenspiel mit der FIFA", nicht, hieß es.
Als sich die Telekom mit ARD und ZDF im Oktober vorigen Jahres über eine Sublizenzierung von WM-Rechten einigte, vereinbarten sie auch ein Geschäft zu den Übertragungsrechten für die Fußball-Europameisterschaft der Männer 2028 in Großbritannien und Irland. Diese TV-Rechte an den 51 EM-Spielen hatten ARD und ZDF vom europäischen Fußballverband UEFA für brutto 180 Millionen Euro erworben, wie weitere epd-Recherchen ergaben.
Hierfür vergaben die Anstalten im Herbst 2025 an die Telekom Sublizenzen, die dafür nach epd-Informationen an ARD und ZDF jeweils brutto rund 21,5 Millionen Euro zahlt, zusammen knapp 43 Millionen Euro. Die Telekom kann dadurch alle EM-Spiele übertragen, 17 sogar exklusiv. ARD und ZDF werden jeweils nur 17 Begegnungen live zeigen. Auch zu den Kaufsummen für die EM-Rechte machten die Beteiligten auf Nachfrage keine Angaben.
vnn
Zuerst veröffentlicht 10.02.2026 11:14 Letzte Änderung: 10.02.2026 11:27
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