16.02.2026 15:32
Berlin (epd). Die Frage möglicher Altersgrenzen für soziale Medien beschäftigt auch die Bundesregierung, eine Festlegung wird es aber frühestens in einigen Monaten geben. Zunächst sollten die Empfehlungen der Fachkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" abgewartet werden, sagte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums am Montag in Berlin. Diese sollen im Sommer vorgestellt werden.
Das Thema sei Familienministerin Karin Prien (CDU) sehr wichtig, sagte die Sprecherin. Eine Altersüberprüfung könne ein "wichtiger Hebel" sein, um Kinder und Jugendliche im Netz zu schützen. Jedoch wolle sie den Empfehlungen der Kommission nicht vorgreifen, betonte die Sprecherin. Prien hatte die Kommission im September eingesetzt. Ihre Vorschläge sollen spätestens am Ende der parlamentarischen Sommerpause, also Anfang September, vorliegen.
Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille verwies darauf, dass es sich um "kein ganz einfaches Thema" handele. Die Beschäftigung damit brauche "etwas Zeit". Die Einsetzung der Kommission zeige, welch "große Bedeutung" das Thema für die Regierung habe.
Über einen Altersnachweis als Zugangsvoraussetzung für Apps wie Tiktok, Instagram oder Snapchat wird seit Längerem diskutiert. Am Wochenende wurde ein Positionspapier aus der SPD-Bundestagsfraktion bekannt, in dem vorgeschlagen wird, Kindern unter 14 Jahren den Zugang komplett zu untersagen. Für Jugendliche zwischen 14 und 16 soll es spezielle Jugendversionen der Plattformen geben. Das Papier wurde unter anderem von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) unterzeichnet.
"Soziale Medien sind fester Bestandteil der Lebensrealität junger Menschen", sagte Hubig dazu der "Rheinischen Post" (Montag). "Wir müssen aber erkennen, dass ihre Nutzung gerade bei Kindern und Jugendlichen schaden kann und es darum klarer rechtlicher Leitplanken bedarf." Hubig sprach sich gegen ein "pauschales Totalverbot" aus. Nötig sei stattdessen eine nach Altersstufen differenzierte Regelung, die Teilhabe ermögliche und zugleich entwicklungsbedingte Schutzbedürfnisse berücksichtige.
"Plattformen und andere Anbieter setzen gezielt auf manipulative Designs und Glücksspielelemente, um Nutzerinnen und Nutzer bei der Stange zu halten und regelrecht abhängig zu machen", kritisierte Hubig. Viele Kinder und Jugendliche betonten selbst, wie sehr sie sich durch soziale Medien mit ihrer ständigen Online-Verfügbarkeit belastet fühlten.
Offen ist, inwieweit eine Positionierung der Bundesregierung im weiteren Jahresverlauf überhaupt konkrete Folgen hätte. Für eine entsprechende Regulierung ist in erster Linie die Europäische Union zuständig, diese prüft bereits ein Social-Media-Verbot für Jugendliche.
cne/fu
Zuerst veröffentlicht 16.02.2026 08:17 Letzte Änderung: 16.02.2026 16:32
Schlagworte: Internet, Medien, Parteien, Soziale Netzwerke, cne/fu, NEU
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