13.02.2026 15:47
Frankfurt a.M./Brüssel (epd). Die EU-Kommission will bis zum Sommer entscheiden, ob sie ein Social-Media-Verbot für Jugendliche auf den Weg bringt. "Wir sammeln gerade Daten, sprechen mit Experten, analysieren Studien", sagte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laut Vorabmeldung vom Freitag. Sie befürworte eine "gesamteuropäische Lösung". Es sei aber noch keine Vorentscheidung gefallen.
"Wir müssen auch berücksichtigen, dass soziale Medien für Jugendliche eine wichtige Informationsquelle sind", betonte die Kommissarin, die außerdem Kommissions-Vizepräsidentin für Technische Souveränität, Sicherheit und Demokratie ist. "Das Schwierige ist, das richtige Alter zu finden, von dem die Nutzung sozialer Medien kein Problem mehr ist, ist es 13, 14 oder 16?" EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte im September erklärt, sie befürworte eine Altersgrenze.
In Australien trat Anfang Dezember ein Gesetz in Kraft, wonach Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine eigenen Konten mehr auf Plattformen wie Instagram, Tiktok oder Snapchat besitzen dürfen. Einige EU-Staaten, darunter Frankreich, erwägen ebenfalls entsprechende Verbote. Eine Altersgrenze für Social Media wäre Experten zufolge aber kaum national umsetzbar, weil die Gesetzgebungskompetenz in erster Linie bei der EU liegt.
Auch in Deutschland wird über neue Regeln für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum diskutiert. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa vom Dezember befürworten 60 Prozent der Menschen in Deutschland ein Social-Media-Verbot für Nutzerinnen und Nutzer unter 16 Jahren. Das Meinungsbild in der Politik ist gemischt. Skeptiker verweisen darauf, dass die Maßnahme ein erheblicher Einschnitt in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sei.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte im September die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" eingesetzt. Das neue Gremium soll binnen Jahresfrist "konkrete Handlungsempfehlungen" vorlegen.
rid
Zuerst veröffentlicht 13.02.2026 16:47 Letzte Änderung: 13.02.2026 16:52
Schlagworte: Medien, EU, Internet, NEU
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