19.02.2026 11:05
Bonn (epd). Die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur über mögliche Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr in Deutschland angestiegen. 2025 seien über 1.900 Eingaben über das Beschwerdeportal beim Digital Services Coordinator bei der Bundesnetzagentur eingegangen, teilte die Bundesnetzagentur in Bonn dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit. Im Jahr 2024 waren es noch 824 Beschwerden. Der vollständige Tätigkeitsbericht für 2025 werde voraussichtlich im April veröffentlicht.
Inhaltlich beträfen die Beschwerden überwiegend die nicht ausreichende Begründung bei Beschränkungen von Accounts, Inhalten oder Diensten sowie bei der Entfernung oder Nicht-Entfernung von Inhalten durch die Diensteanbieter, hieß es weiter.
Der Digital Services Coordinator in der Bundesnetzagentur ist die zentrale Koordinierungsstelle für die Durchsetzung des DSA in Deutschland. Er ist Beschwerdestelle für Online-User bei Verstößen gegen den DSA und koordiniert die Zusammenarbeit der zuständigen nationalen und europäischen Behörden. Seit Februar 2024 ist der DSA in der gesamten EU gültig. Er verpflichtet Online-Dienste dazu, gegen illegale Inhalte und Desinformation vorzugehen.
Anfang der Woche hatten der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe sowie die Nichtregierungsorganisation HateAid mitgeteilt, dass sie bei der Bundesnetzagentur Beschwerde gegen mehrere große Online-Plattformen eingereicht hätten. Demnach hätten diese keine ausreichend zugängliche elektronische Kontaktstelle für Nutzer bereitgestellt, beklagten die beiden Organisationen.
Dazu teilte die Bundesnetzagentur dem epd mit: Dass eine elektronische Kontaktmöglichkeit vollständig fehle, werde nur "sehr selten" gemeldet. Häufig seien die Kontaktstellen für Nutzer aber nicht benutzerfreundlich oder leicht auffindbar, wie es der DSA vorschreibe.
ema
Zuerst veröffentlicht 19.02.2026 12:05 Letzte Änderung: 19.02.2026 12:41
Schlagworte: Medien, Internet, EU, NEU
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