Rheinische Post Mediengruppe übernimmt Westfälische Medien Holding - epd medien

09.03.2026 11:54

Die Rheinische Post Mediengruppe will alle Anteile der Westfälischen Medien Holding AG übernehmen und damit zur auflagenstärksten Tageszeitungs-Verlagsgruppe in Nordrhein-Westfalen aufsteigen. Medienminister Liminski sieht das kritisch.

Die Rheinische Post Mediengruppe hat ihren Sitz in Düsseldorf

Düsseldorf (epd). Die Westfälische Medien Holding AG soll der Teil der Rheinischen Post Mediengruppe werden. Eine zwischen beiden Seiten getroffene Vereinbarung sehe die Übernahme sämtlicher Aktien durch die Rheinische Post Mediengruppe vor, teilte die Rheinische Post Mediengruppe am Montag in Düsseldorf mit. Über Details der Transaktion hätten die Parteien Stillschweigen vereinbart. Dem Kauf müsse das Bundeskartellamt noch zustimmen. Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU) erklärte, mit der Übernahme drohe ein Verlust an Medienvielfalt.

Die Rheinische Post Mediengruppe werde damit in ihrem Heimatmarkt Nordrhein-Westfalen ihre Marktposition im Kerngeschäftsfeld Regionale Medien signifikant ausbauen und zur auflagenstärksten Tageszeitungs-Verlagsgruppe in dem Bundesland aufsteigen, erklärte die Rheinische Post Mediengruppe. Vor allem im Digitalen biete der neue, größere Verbund zusätzliche Wachstumspotenziale für alle Titel der Westfälischen Medien Holding.

Größerer Verbund

Die Westfälische Medien Holding AG ist Herausgeberin der "Westfälischen Nachrichten", der "Münsterschen Zeitung", des "Westfalen-Blatts", des "Westfälischen Volksblatts" sowie der "Allgemeinen Zeitung Coesfeld". Sie ist ein Zusammenschluss der Unternehmensgruppe Aschendorff aus Münster und der Unternehmensgruppe Westfalen-Blatt aus Bielefeld, seit 2024 gehört auch der Verlag J. Fleißig in Coesfeld dazu.

Die mittelständische Struktur der Gruppe lasse aus Sicht der Gesellschafter einen gewinnbringenden Ausbau der Lokal- und Regional-Zeitungs-Aktivitäten mit vertretbarem Risiko nicht mehr zu, erklärten die Verleger Benedikt und Eduard Hüffer als bisherige geschäftsführende Gesellschafter der Westfälischen Medien Holding AG. Deshalb setzten sie für die Zeitungs-, Radio- und Druck-Aktivitäten auf die Kraft eines größeren Verbundes. Das digitale Venture Capital-Geschäft innerhalb der "Aschendorff Next", der Buchverlag Aschendorff sowie Immobilienaktivitäten sollen hingegen in "geeigneter und traditionswahrender Weise" fortgeführt werden.

Liminski: Rückschlag für Zeitungsstandort NRW

Nach der Übernahme der "Kölnischen Rundschau" durch DuMont sei das der zweite Rückschlag für den Zeitungsstandort Nordrhein-Westfalen binnen weniger Wochen, sagte Medienminister Liminski dem Evangelischen Pressedienst (epd). Solche Veränderungen seien immer mit großer Unsicherheit für die Beschäftigten der Verlage verbunden, teilweise mit Stellenabbau, nicht nur in den Redaktionen. Zudem drohe bei solchen Übernahmen ein Verlust an Medienvielfalt und Perspektivenvielfalt in der lokalen Berichterstattung. Deshalb setze er sich beim Bund weiter für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Print- und Digitalabos von derzeit sieben auf null Prozent ein.

Die Rheinische Post Mediengruppe mit Sitz in Düsseldorf gibt die "Rheinische Post" mit einer Auflage von 183.000 verkauften Exemplaren sowie den "Bonner General-Anzeiger" mit einer Auflage von rund 55.000 heraus. Das "Westfalen-Blatt" hatte im letzten Quartal 2025 mit seinen Regionalausgaben für Bielefeld, Bad Oeynhausen, Enger, Herford sowie den Kreisen Lübbecke, Höxter und Paderborn laut IVW-Zahlen eine Auflage von rund 75.600 verkauften Exemplaren.

lwd



Zuerst veröffentlicht 09.03.2026 12:54 Letzte Änderung: 09.03.2026 14:32

Schlagworte: Medien, Presse, Verlage, NEU

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