ZDF-Korrespondentin Golineh Atai erhält Grimme-Preis - epd medien

12.03.2026 13:30

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Grimme-Preises stehen fest. ZDF-Korrespondentin für Golineh Atai wird für ihre besondere journalistische Leistung ausgezeichnet, die Besondere Ehrung des Volkshochschulverbands geht an Frank Elstner.

Golineh Atai

Marl (epd). Der erste Grimme-Preis für RTLzwei in der Kategorie Information, eine erneute Auszeichnung für Comedy-Autorin Marie Lina Smyrek ("smypathisch"), und ein "Tatort" ist auch dabei - die Gewinner der Grimme-Preise 2026 stehen fest. Insgesamt werden 16 Grimme-Preise und drei weitere Auszeichnungen vergeben, wie das Grimme-Institut am Donnerstag im Marl bekannt gab. Sie werden am 24. April im Marler Theater verliehen. Der 1964 erstmals vergebene undotierte Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.

Die ausgewählten Produktionen zeigten, "wie vielfältig im deutschen Fernsehen aktuelle Themen der Zeitgeschichte wie Rassismus, Rechtsradikalismus und die prekäre Lage des Gesundheitssystems, aber auch neuere deutsche Geschichte erzählt werden", erklärte die Direktorin des Grimme-Instituts, Çigdem Uzunoglu. Bei genauerer Betrachtung fielen aber auch thematische Lücken auf: "Die Kriege in Europa und im Nahen Osten kommen nicht vor, ebenso die Klimakrise. Fehlt es hier an Mut?"

ARD-Film "Die Nichte des Polizisten" erfolgreich

In der Kategorie Information & Kultur werden fünf Grimme-Preise vergeben. Der Preis für die "Besondere Journalistische Leistung" in dieser Kategorie geht an die Leiterin des ZDF-Auslandsstudios Kairo, Golineh Atai - für ihre "ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt".

Mit dem Zweiteiler "Hass Hetze Hoffnung" über den Mord an einer chinesischen Studentin in Ostdeutschland ist erstmals der Privatsender RTLzwei dabei. Weitere Auszeichnungen gehen an die Dokumentationen "Das leere Grab" (ZDF), "Petra Kelly - Act Now!" (ARD/Arte) und "Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges" (ZDF/DW/Arte).

Auch in der Kategorie Fiktion gibt es fünf Preisträger. Die Jury entschied sich für den Fernsehfilm "Die Nichte des Polizisten" (ARD/SWR/NDR), die "Tatort"-Folge "Dunkelheit" (ARD/HR) sowie die Serien "Die Affäre Cum-Ex" und "Tschappel" (beide ZDF). Den Spezial-Preis in der Fiktion erhält der Film "Unterwegs im Namen der Kaiserin" (ZDF) für die "zeitgemäße Dekonstruktion des Sisi-Hypes".

Auszeichnung für "Maithink X"

Grimme-Preise in der Kategorie Unterhaltung gehen an die ZDF-Wissenschaftssendung "Maithink X - Die Show (2025)" mit Mai Thi Nguyen-Kim und die Prime-Video-Serie "Gerry Star". Für "smypathisch - die show" (ZDF/funk) erhält zudem Webvideo-Produzentin Marie Lina Smyrek nach 2023 bereits den zweiten Grimme-Preis für "eine besonders gelungene und wegweisende Verbindung aus Fernsehhandwerk und Internetkultur".

In der Kategorie Kinder & Jugend wählte die Jury die Spielfilme "Grüße vom Mars" (NDR/HR/Kika/MDR) und "Ellbogen" (ZDF). Einen Spezial-Preis in dieser Kategorie gibt es für die Protagonisten und die Idee der Dokumentation "Der talentierte Mr. F" (ARD/MDR/BR/RBB/HR).

Elstner als "kreativer Pionier" gewürdigt

Die Studierendenjury entschied sich für die Medical-Drama-Serie "Krank Berlin" (ZDFneo/Apple TV+), der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an die Animations-Serie "Lenas Hof" (ZDF). Der Deutsche Volkshochschul-Verband würdigt mit seiner Besonderen Ehrung in diesem Jahr den ehemaligen Moderator und Showmaster Frank Elstner als "kreativen Pionier, als respektvollen und einfühlsamen Gesprächspartner und als jemanden, der gezeigt hat, dass Unterhaltung, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung im Fernsehen keine Widersprüche sind".

Stifter des Grimme-Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband, weitere Partner sind das Land Nordrhein-Westfalen, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), der Westdeutsche Rundfunk (WDR), 3sat und die Stadt Marl. Für den diesjährigen Grimme-Preis waren insgesamt 71 Produktionen und Einzelleistungen nominiert

lwd



Zuerst veröffentlicht 12.03.2026 10:19 Letzte Änderung: 12.03.2026 14:30 (Leadsatz korrigiert: Es ist nicht der erste Grimme-Preis für RTLzwei, sondern der erste in der Kategorie Information. 1996 gewann der Sender einen Preis für das Fernsehspiel "Der Sandmann".)

Schlagworte: Medien, Auszeichnungen, NEU

zur Startseite von epd medien