22.01.2026 09:00
Marl (epd). Für den diesjährigen Grimme-Preis sind insgesamt 71 Produktionen und Einzelleistungen nominiert, davon elf von Privatsendern und Streaminganbietern. In der Kategorie Fiktion sind unter anderem die Filmbiografie "Rosenthal" (ZDF) über den "Dalli Dalli"-Showmaster und jüdischen Holocaust-Überlebenden Hans Rosenthal sowie die Serien "Call My Agent Berlin" (Disney+) und "Die Affäre Cum-Ex" (ZDF/DR) im Rennen, wie das Grimme-Institut am Donnerstag in Marl mitteilte.
Die Nominierungskommissionen hätten aus mehr als 750 Einreichungen Beiträge ausgewählt, "die Haltung zeigen, Sorgfalt walten lassen und neue Perspektiven eröffnen", erklärte Grimme-Geschäftsführerin Çigdem Uzunoglu. Dazu zählten unter anderem herausragende Produktionen zu Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus, zur Geschichte der DDR oder über Wirtschaftskriminalität.
Kritisch angemerkt habe die Kommission in der Kategorie Information und Kultur, dass es im Fernsehjahr 2025 Leerstellen bei zentralen Gegenwartsthemen wie der Klimakrise sowie einen Mangel an tiefgehender Berichterstattung und Auseinandersetzung mit der politischen Lage in den USA gegeben habe, hieß es. Die Kommission Unterhaltung konstatierte fehlenden Mut zu innovativen Formaten.
In der Kategorie Information und Kultur schlägt die Nominierungskommission neben der "ARD Story: Der Herr der Fässer - Atom-Debakel Asse" auch "Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr. Winterhoff" (ARD/WDR/SWR) und "Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges (ZDF/DW/ARTE) vor. Für eine "Besondere Journalistische Leistung" ist in dieser Kategorie unter anderem die ARD-Nahost-Korrespondentin Sophie von der Tann nominiert.
Bei den Kinder- und Jugendsendungen wurde die WDR-"Sendung mit der Maus" mit einer Ausgabe über den während der NS-Zeit verfolgten und ermordeten jüdischen Künstler Felix Nussbaum nominiert. Hoffnungen auf einen Preis in dieser Kategorie können sich auch die Macher des Dokumentarfilms "Der talentierte Mr. F." (ARD/MDR) machen, der die Jagd auf einen Filmdieb schildert.
In der Kategorie Unterhaltung nominierte die Kommission unter anderem das Mediathek-Format "extra 3 Takeover" (NDR), die Wissenschaftsshow "Maithink X" (ZDF) und die erste Staffel der Late-Night-Show "Till Tonight" (ZDF) mit Till Reiners.
Die Preisträger werden im März bekanntgegeben, die Auszeichnungen werden bei einer Gala am 24. April vergeben. Der 1964 erstmals verliehene undotierte Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.
lwd/rid
Zuerst veröffentlicht 22.01.2026 10:00 Letzte Änderung: 22.01.2026 11:56
Schlagworte: Auszeichnungen, Medien, Film, Fernsehen, NEU
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