18.03.2026 08:45
Berlin (epd). Rund 90 Prozent der Abonnenten der gedruckten "tageszeitung" (taz) haben ihr Abonnement nach Einstellung der gedruckten werktäglich erscheinenden Ausgabe gehalten. Das liege deutlich über den ursprünglich erwarteten 70 Prozent, teilte der taz Verlag am 16. März mit. Im Oktober 2025, als die taz ihre werktägliche gedruckte Ausgabe einstellte, gab es nach Angaben des Verlags noch rund 14.600 Print-Abonnenten.
taz-Geschäftsführer Andreas Marggraf erklärte, die Zahl übertreffe die ursprünglichen Erwartungen deutlich: "Diese Zahl zeigt vor allem eines: Unsere Leser*innen vertrauen der taz und unterstützen den Wandel." taz-Chefredakteurin Katrin Gottschalk ergänzte: "Unabhängiger Journalismus bleibt zukunftsfähig, wenn er von einer solidarischen Community getragen wird." Die Leserschaft der taz wachse: "Wir erreichen gerade so viele Menschen wie noch nie."
Im September 2025 hatte das Online-Angebot taz.de nach Angaben des Verlags 15 Millionen Zugriffe, im Januar 2026 waren es 17,7 Millionen Besuche.
Die taz erscheint seit der Umstellung nur noch am Samstag gedruckt als "Wochentaz". Sie ist nach eigenen Angaben die erste überregionale Zeitung, die den "vollständigen Wechsel" ins Digitale gewagt hat. Wie der taz Verlag mitteilte, haben 89,3 Prozent der Leser ihr Abonnement gehalten. Im Zuge der sogenannten Seitenwende bei der taz hätten viele neue Leser ein Probe-Abo abgeschlossen und seien dabeigeblieben. Auch das freiwillige Online-Bezahlmodell "taz zahl ich" wachse stetig, derzeit gebe es 48.500 Unterstützer.
Der erfolgreiche Start der digitalen Tagesausgabe stärkt nach Angaben des Verlags die wirtschaftliche Lage der Zeitung. Vorstand und Aufsichtsrat der taz hätten deshalb beschlossen, die Gehälter der Mitarbeitenden ab März zu erhöhen. Zusätzlich werde ein Bonus für das Geschäftsjahr 2025 ausgezahlt.
dir
Zuerst veröffentlicht 18.03.2026 09:45
Schlagworte: Medien, Presse, Digitalisierung, tageszeitung, taz, Roether
zur Startseite von epd medien