20.03.2026 04:57
Berlin (epd). Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, hält den Schutz vor digitaler Gewalt in Deutschland für unzureichend. "Andere Länder sind da weiter", sagte die ehemalige deutsche Außenministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Irland zum Beispiel habe eine Kommission eingerichtet, die bei sogenannten Deepfakes sofort reagiere.
Es gebe Künstliche Intelligenz (KI), die Kinder in den Selbstmord treibe. "Es gibt Programme, die Fotos von Frauen, von Kindern in Nacktfotos umwandeln. Das wird furchtbar, wenn es nicht reguliert wird", warnte Baerbock.
Sie habe selbst unterschiedliche Formen sexualisierter Gewalt und Fake News auf Social Media erlebt. "Wenn Plattformen nicht sofort reagieren, bleibt es für immer. Und es trifft eben alles andere als nur prominentere Frauen", sagte sie. Mehr als 60 Prozent der Frauen und Mädchen in Deutschland erlebten digitale Gewalt.
Mehr als 90 Prozent der Deepakes mit sexualisierter Handlung beträfen Frauen. Das sei keineswegs Zufall, "sondern das hat System, auch um Frauen zu zerstören".
Zur anhaltenden Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder sagte Baerbock, um Kinder zu schützen, müsse international gehandelt, den Konzernen müssten klare Regeln und Leitplanken gesetzt werden. "Bei Chemikalien im Essen zum Beispiel sind wir ja auch zu dem Schluss gekommen, dass gefährliche Chemikalien einfach nicht ins Essen gehören, anstatt zu sagen, wir sollen zu Hause gefälligst dafür sorgen, dass die Kinder die Giftstoffe bitte nicht mitessen", verglich Baerbock. In digitalen Angeboten dürften aus ihrer Sicht gewisse Dinge und insbesondere sexualisierte Gewalt sowie Kinderpornografie gar nicht gezeigt werden können. KI könne hier selbst Teil der Lösung sein und automatisch jeglichen sexuellen Übergriff im Netz rausfiltern.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
kfr
Zuerst veröffentlicht 20.03.2026 05:57
Schlagworte: Medien, Internet, Kriminalität, UN
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