23.03.2026 12:30
Bern (epd). Der Abbau von 900 Vollzeitstellen bei der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) kommt wie angekündigt. Das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren habe keine Reduzierung beim Gesamtumfang des geplanten Stellenabbaus ergeben, teilte die SRG am Montag mit. Die Details des Stellenabbaus sollen in den kommenden Wochen und Monaten konkretisiert werden. Entlassungen seien dabei unumgänglich.
Zwar hat die Mehrheit der Schweizer am 8. März gegen eine Reduzierung der Medienabgabe von 335 auf 200 Schweizer Franken gestimmt, doch der Schweizer Bundesrat hatte bereits im Juni 2024 beschlossen, die Abgabe in den kommenden Jahren schrittweise auf 300 Franken (329 Euro) pro Jahr zu senken. Daher muss die SRG bis 2029 rund 270 Millionen Franken (296 Millionen Euro) einsparen. Das erste Mal soll die Medienabgabe bereits im Januar 2027 gesenkt werden. Bis dahin muss die SRG 125 Millionen Franken einsparen.
Um die Kosten zu senken, ist nach Angaben der SRG neben der grundlegenden Transformation des Unternehmens auch ein Abbau von insgesamt 900 Vollzeitstellen nötig. Bei dem Konsultationsverfahren, das von Ende November bis Mitte Dezember 2025 stattfand, konnten alle Mitarbeitenden Vorschläge einreichen, wie Kündigungen vermieden oder deren Folgen gemildert werden können. Die Prüfung der Vorschläge habe gezeigt, dass viele sich mit den strategischen Stoßrichtungen aus dem Transformationsprojekt Enavant gedeckt hätten, teilte die SRG mit.
Beim Stellenabbau kommt nach Angaben der SRG nun ein Sozialplan zur Anwendung. Ein Drittel der Stellen, also rund 300 von 900 Vollzeitstellen, werde im Rahmen des laufenden Kostensparprogramms abgebaut. Dies sei bereits im Gange. Bis 2029 würden weitere 600 Stellen abgebaut, ein Teil über Fluktuation und Pensionierungen. Es werde aber auch Entlassungen geben, teilte die SRG mit.
Bereits im November 2025 habe das Unternehmen neue Strukturen und Prozesse geschaffen, um die künftige Zusammenarbeit über alle Regionen hinweg zu stärken, teilte die SRG mit. Auch die Geschäftsleitung sei verkleinert worden. Ab April sollen weitere Bereiche des Senders nach dem im Sommer angekündigten neuen Organisationsmodell arbeiten: Nach der Personal- und der Finanzabteilung, die bereits seit Januar 2026 neu organisiert seien, würden künftig auch die Bereiche Angebot, Operationen, Stab sowie Kommunikation & Public Affairs SRG-weit einheitlich geführt. Demnach bleiben die Mitarbeitenden in ihren jeweiligen Regionen tätig, arbeiten jedoch als Teil der Gruppe SRG und sollen so zu mehr Kohärenz und Synergien zwischen den Standorten beitragen.
Ende 2024 arbeiteten nach Angaben der SRG 7.130 Beschäftigte in Voll- oder Teilzeit bei dem öffentlichen Medienhaus. Die SRG erstellt für alle Landesteile und -sprachen der Schweiz Fernseh-, Radio- und Onlineangebote.
koe
Zuerst veröffentlicht 23.03.2026 13:30 Letzte Änderung: 23.03.2026 15:00
Schlagworte: Medien, Schweiz, SRG, Finanzen, Medienabgae, koe, dir, NEU
zur Startseite von epd medien