25.03.2026 16:04
Berlin (epd). Vor dem Haus der Bundespressekonferenz in Berlin haben am Mittwoch Aktivistinnen und Aktivisten für die Freigabe von Informationen über die in Syrien verschwundene Kölner Journalistin Eva Michelmann demonstriert. Zudem forderten die Mitglieder der Initiative "Wo ist Eva" die Bundesregierung auf, ihre Kontakte zur syrischen Übergangsregierung zu nutzen, um eine Freilassung der verschleppten Journalistin zu erreichen.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte am Mittwoch in der Regierungspressekonferenz, er könne es nachvollziehen, dass Familie und Freunde sich Sorgen machten. Das Ministerium bemühe sich "intensiv" darum, den Fall aufzuklären. Daran seien auch die Botschaften in Damaskus (Syrien) und Beirut (Libanon) beteiligt. Weitere Informationen zu Einzelfällen könnten aber nicht mitgeteilt werden.
Nach Angaben der Deutschland-Vertretung der kurdisch geprägten und völkerrechtlich nicht anerkannten "Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien" gab es keine Kontaktaufnahme seitens des Auswärtigen Amts. Es gebe jedoch die Hoffnung, dass Michelmann in einem der derzeit vorbereiteten Gefangenenaustausche zwischen der Kurden-Miliz SDF und der syrischen Übergangsregierung freikomme, sagte ein Referent auf Anfrage.
Michelmann und ihr kurdischer Kollege Ahmet Polad sind seit dem 18. Januar verschwunden, zuletzt sollen sie sich im nordsyrischen Rakka aufgehalten haben. Sie sollen von Einheiten der syrischen Übergangsregierung gefangen genommen worden sein. Dafür gebe es Zeugenaussagen sowie Berichte aus arabischen Zeitungen, erklärte ein Anwalt der Angehörigen Michelmanns. Nach seinen Angaben arbeitete die Journalistin hauptsächlich für die linke türkische Nachrichtenagentur Etkin Haber Ajansi (ETHA).
"Reporter ohne Grenzen" hatte zum 1. Dezember 2025 weltweit 135 vermisste Medienschaffende in 37 Ländern gezählt. 75 Prozent verschwanden demnach im Nahen Osten oder in Lateinamerika. Besonders häuften sich die Fälle in Syrien (37) und Mexiko (28).
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lob
Zuerst veröffentlicht 25.03.2026 17:04 Letzte Änderung: 25.03.2026 17:18
Schlagworte: Medien, Demonstrationen, Syrien, NEU
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