Paramount kauft Warner: Kritik an Geld aus Golf-Staaten - epd medien

26.03.2026 10:56

Der Zusammenschluss von Warner Bros. Discovery und Paramount Skydance stößt in Washington auf politische Gegenwehr. Die demokratische Fraktionsführung im US‑Senat und mehrere Senatoren fordern die Kommunikationsbehörde FCC auf, die milliardenschweren Beteiligungen aus Saudi‑Arabien, Katar und Abu Dhabi streng zu prüfen.

Der Fraktionsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, übt zusammen mit mehreren Senatoren Kritik an der Finanzierung der Warner-Übernahme durch Paramount (Archivbild)

Washington (epd). Der Fraktionsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, und mehrere demokratische Senatoren haben die US-Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) aufgefordert, die Investitionen aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi beim geplanten Zusammenschluss der Medienkonzerne Warner Bros. Discovery und Paramount Skydance gründlich zu prüfen. Ungefähr 24 Milliarden US-Dollar des Übernahmepreises von 111 Milliarden US-Dollar kämen aus den Staatsfonds der drei arabischen Nationen, erklärten die Politiker am 23. März in einem Schreiben an den FCC-Vorsitzenden Brendan Carr.

Paramount hatte sich unter Führung seines CEOs David Ellison, der US-Präsident Donald Trump nahesteht, im Februar mit dem 111 Milliarden US-Dollar Angebot im Bieterwettstreit gegen den Streaming-Konzern Netflix durchgesetzt.

Verbindung zu Kronprinz Mohammed bin Salman

FCC-Vorsitzender Carr sagte dem Kabelsender CNBC Anfang März, der Zusammenschluss sei "ein guter Deal". Er sollte seiner Ansicht nach "ziemlich schnell durchgehen". Das Fachmagazin "Variety" hingegen zitierte Netflix-Co-CEO Ted Sarandos mit der Aussage, Gelder aus den Golf-Staaten seien "eine schlechte Idee", kämen sie doch "aus einem Teil der Welt", der die Pressefreiheit nicht besonders wertschätze.

In dem Schreiben der demokratischen Senatoren heißt es, die Investoren aus dem Golf seien zwar "keine Gegner" der USA, doch verfolgten die Regierungen Interessen, die denen der Vereinigten Staaten "manchmal zuwiderlaufen". Besonders problematisch sei der Umstand, dass der investierende saudische Fonds vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman kontrolliert werde, der nach Schlussfolgerung US-amerikanischer Geheimdienste 2018 den Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet hatte.

CNN unter Druck

Zu Warner gehört auch der Nachrichtensender CNN, der von Trump als "Fake News" angegriffen wird. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte jüngst bei einer Pressekonferenz, dass CNN Falschmeldungen zum Krieg gegen den Iran verbreitet habe. "Je schneller David Ellison den Sender übernimmt, desto besser", sagte Hegseth.

Die Aktionäre von Warner Bros. Discovery müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen. Nach Auskunft des Unternehmens wird das Datum für die Abstimmung bekannt gegeben, wenn Warner der Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission die gesetzlich erforderlichen Unterlagen mit Detailinformationen zum geplanten Zusammenschluss übermittelt. Das Vorhaben beschäftigt auch die Wettbewerbshüter in den USA und der EU, eine Genehmigung gilt in beiden Fällen als wahrscheinlich.

ege



Zuerst veröffentlicht 26.03.2026 11:56

Schlagworte: Medien, USA, Warner, Paramount, FCC, ege, NEU

zur Startseite von epd medien