KJM: Bei Social-Media-Verbot nicht auf leichte Lösung setzen - epd medien

26.03.2026 13:09

In einer Stellungnahme hat sich die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gegen ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Stattdessen müsse die Medienkompetenz ausgebaut werden.

Jugendliche schauen auf ihre Handys

Berlin (epd). In der Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gewarnt, dass Verbote allein die Risiken sozialer Medien für Kinder und Jugendliche kaum reduzieren. "Der Wunsch nach einem 'Rundum-Sorglos-Angebot' ist zweifelsohne verführerisch und mit einem Verbot wird eine verlockend einfache Lösung suggeriert", teilte die KJM am Donnerstag in Berlin in einer Stellungnahme mit, die dem epd vorab zur Verfügung gestellt wurde.

Hingegen könne man "von milliardenschweren Unternehmen durchaus erwarten, dass sie, statt auszugrenzen, den Schutz der Nutzenden bei der Ausgestaltung ihrer Produkte in den Mittelpunkt stellen. Anstatt uns voneinander zu trennen und bislang gemeinsame Kommunikationsräume abzuriegeln werden Altersgrenzen so zum Orientierungsrahmen", hieß es weiter.

Ergebnisse im Sommer erwartet

Für die Regulierung von Plattformen ist in Europa in erster Linie die Europäische Union (EU) zuständig. Im 2022 in Kraft getretenen Digital Services Act (DSA), der hierzu zahlreiche Bestimmungen enthält, findet sich keine pauschale Altersgrenze. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob sie eine solche Regelung auf den Weg bringen soll. Eine Entscheidung soll bis zum Sommer fallen.

In Deutschland berät seit dem vergangenen Herbst eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzte Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt über strengere Regeln für Kinder im Netz. Auch deren Ergebnisse sollen bis zum Sommer vorliegen.

Medienkompetenz steigern

In der Stellungnahme der KJM heißt es, dass Kinder "Schritt für Schritt den Umgang mit Medien erlernen können". Für minderjährige Nutzende müssten daher schrittweise anpassbare Einstiegsversionen sozialer Medien angeboten werden. "Neben altersgerechten Inhalten, dem Verzicht auf suchtfördernde Funktionalitäten und einer stärkeren Inhalte-Moderation setzt dies auch verbindliche Grenzen hinsichtlich der Nutzungsdauer voraus." Ferner brauche es flächendeckend geeignete Medienkompetenzangebote für alle, so die Empfehlung der KJM.

ema



Zuerst veröffentlicht 26.03.2026 14:09 Letzte Änderung: 26.03.2026 14:35

Schlagworte: Medien, Internet, Jugend, EU, NEU

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