April 2026 - epd medien

09.04.2026 10:22

Was in diesem Monat noch passierte, lesen Sie hier.

Personalien


Der Radio-Moderator Rik De Lisle ist tot. Wie der private Hörfunksender Berliner Rundfunk 91,4 mitteilte, starb die weit über Berlin hinaus bekannte Moderator am 30. März im Alter von 79 Jahren im Kreis seiner Familie. "Mit seiner unverwechselbaren, lässigen Art zu moderieren, seinem deutsch-amerikanischen Sprachstil und seinen beliebten Musikgeschichten" habe De Lisle die Radiolandschaft über Jahrzehnte auf ganz eigene Weise geprägt. Bis Dezember 2025 sei er noch täglich beim Berliner Rundfunk 91.4 mit einer eigenen Show zu hören gewesen. Der 1947 in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin geborene Rik De Lisle startete seine Karriere beim US-Soldatensender AFN. Ende der 1970er Jahre kam er nach West-Berlin. Seitdem war er bei verschiedenen Sendern unter Vertrag und wurde als "Alter Ami" zur berühmten Radio-Legende.

Peter Scheinpflug übernimmt die Professur für Medienwissenschaften an der ifs Internationale Filmschule Köln. Scheinpflug studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Deutsche Philologie und Soziologie in Köln und Saint Louis. Zuletzt arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Mannheim. Der Medienwissenschaftler forscht zum Genrefilm, zu Christoph Schlingensief sowie zu einer Mediengeschichte der Sinne. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 durch die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen bildet die Kölner Internationale Filmschule Studierende für Berufe in audiovisuellen Medien aus.

Die Journalistin Anja Reich-Osang hat nach fast 30 Jahren die "Berliner Zeitung" verlassen. Die in Ost-Berlin geborene Journalistin schrieb Anfang April auf Facebook: "Ich war Lokalreporterin, Magazin-Chefin, Korrespondentin in New York und Tel Aviv und Chefin des Dossiers. Es war eine wunderbare Zeit in einer einzigartigen Redaktion. Ich habe mit großartigen Kollegen zusammengearbeitet und durch meine Interviews und Recherchen die Möglichkeit gehabt, all die Fragen zu stellen, die mich interessierten." Dabei habe sie viel gelernt, auch über sich selbst. Mit dem "tollen Beruf" sei nicht Schluss, "aber bei der 'Berliner Zeitung' ist für mich Schluss", schrieb sie. Anja Reich ist mit dem "Spiegel"-Reporter Alexander Osang verheiratet. Sie erhielt den Deutschen Reporterpreis und den Theodor-Wolff-Preis. 2019 wurde die "Berliner Zeitung" von Holger und Silke Friedrich gekauft.

Auch die Reporterin Wiebke Hollersen verlässt die "Berliner Zeitung". Die Redaktion sei für sie vor vielen Jahren die beste Journalistenschule gewesen, die sie sich hätte vorstellen können, schrieb sie auf Linkedin. Vor fünf Jahren sei sie zurückgekommen, um als Reporterin zu arbeiten. Die ebenfalls in Ost-Berlin geborene Hollersen volontierte bei der "Berliner Zeitung", arbeitete danach für den "Spiegel" und die "Welt am Sonntag". 2021 kehrte sie zur "Berliner Zeitung" zurück, war verantwortlich für das Ressort Berlin und schrieb für das Dossier. Zudem ist sie auf Radioeins vom RBB und bei NDR Info als Kommentatorin zu hören.

Kurzmeldungen


Der Deutsche Radiopreis wird in diesem Jahr im Hamburger Hafen verliehen. Hörfunkschaffende aus der gesamten Republik treffen sich dazu am 10. September im Theater an der Elbe, wie der NDR mitteilte. Im Wettbewerb um die Auszeichnung könne jeder eigenständige deutsche Radiosender vom 15. April bis zum 15. Mai seine Favoriten einreichen. Voraussetzung für die Teilnahme sei, dass die Leistungen zwischen dem 16. Mai 2025 und dem 15. Mai 2026 in Deutschland veröffentlicht wurden. Wer die Preise erhält, entscheidet eine unabhängige Jury. Deren Mitglieder beruft das Grimme-Institut. Der Deutsche Radiopreis wird seit 2010 verliehen. Stifter sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die privaten Radiosender in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die Radio-Vermarkter RMS und ARD Media.

Die Vertretung von unabhängigen Produktionsfirmen in Film, Streaming und Fernsehen Prog - Producers of Germany und die Berufsvereinigung Filmton (bvft) haben sich dem Verhaltenskodex Respect Code Film angeschlossen. "Prävention ist der Kern, um Missbrauch oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu verhindern", erklärte die Prog-Vorständin Britta Strampe. Nach Angaben der Produktionsallianz, die den Kodex mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Bundesverband Schauspiel initiiert hat, wendet er sich "gegen jede Form von respektlosem Verhalten, Belästigung, Gewalt, Diskriminierung oder anderes Fehlverhalten und schreibt branchenweite Grundsätze für sicheres Arbeiten und einen respektvollen Umgang bei jeder Art von Film- und Fernsehproduktion fest". Auch ARD, ZDF, Netflix und der Privatsenderverband Vaunet zählen zu den Unterzeichnern.

Der Deutschlandfunk baut "Nachrichtenleicht", sein Nachrichtenangebot in Einfacher Sprache aus. Seit dem 7. April informiert von Montag bis Freitag ein Podcast in rund fünf Minuten über die Nachrichten des Tages aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Sport. Bisher bietet das Hörfunkprogramm nur einen Podcast-Wochenrückblick in Einfacher Sprache. Mit dem Ausbau von "Nachrichtenleicht" reagiere die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks auf einen vielfach geäußerten Publikumswunsch und das steigende Interesse der Zielgruppe an tagesaktuellen Nachrichten, teilte Deutschlandradio mit. Das Angebot richte sich an Menschen mit Lern- oder Leseschwächen, kognitiven Beeinträchtigungen oder geringen Deutschkenntnissen sowie an Schulen.

Fans der Sendereihe "Eisenbahn-Romantik" haben mehr als 32.000 Unterschriften gesammelt und diese am 8. April an SWR-Intendant Kai Gniffke überreicht, um gegen die Einstellung der Sendung zu protestieren. Die 32.667 Unterschriften seien ein "mehr als deutliches Signal an den SWR", teilten die Initiatoren mit. Der Sender hatte im vergangenen Jahr im Zuge seiner Sparpläne angekündigt, dass für die Sendereihe mit bisher mehr als 1.000 Folgen keine neuen Folgen mehr produziert würden. Die Initiatoren der Petition, Hagen von Ortloff, Ulrich Klumpp und Jürgen Oßwald, kritisierten den Umgang mit dem digitalen Archiv: Der Youtube-Kanal "Eisenbahn-Romantik" sei eingestellt worden. Dadurch seien zahlreiche historisch wertvolle Filme nicht mehr öffentlich zugänglich. Der Verweis auf die sendereigene Mediathek und andere Kanäle greife zu kurz. Dort sei nur ein Bruchteil der wertvollen Filme verfügbar. Von Ortloff hat die Sendereihe von 1991 bis 2015 moderiert.

Das Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK) in Leipzig bekommt eine neue Führung. Ab Mai übernimmt die stellvertretende Direktorin des Instituts für Digitales Lehren und Lernen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig, Gabriele Hooffacker, die Leitung des EIJK. Sie folgt auf den Journalistik-Professor Michael Haller, der das Forschungsinstitut seit seiner Gründung 2003 als wissenschaftlicher Direktor leitete und sich altersbedingt zurückzieht, wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mitteilte. Die Medienstiftung fördert das EIJK finanziell und stellt Räume zur Verfügung. Hooffacker gründete 1999 die Münchner Journalistenakademie, die sie bis 2013 leitete. Als Journalistin arbeitete sie für Online-Portale, Fachzeitschriften und Publikumsmagazine und veröffentlichte mehr als 50 Sachbücher zu Journalismus, Medien und Internet. 2013 erhielt sie den Ruf an die HTWK Leipzig, von 2020 bis 2025 war sie Mitglied des Hochschulrats. Sie ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie in der Jury des Alternativen Medienpreises. Mit Horst Pöttker und weiteren gibt sie seit 2018 die Zeitschrift "Journalistik - Zeitschrift für Journalismusforschung" heraus.

Preise


Die langjährigen "Tatort"-Schauspieler Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl erhalten in diesem Jahr den Ehrenpreis für besondere Verdienste um den deutschen Fernsehkrimi. Der Preis wird nach Angaben des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals am 3. Mai in Wiesbaden vergeben. "Man glaubte diesen lebensklugen Männern, dass sie die Welt besser machen wollten und doch wussten, dass es nie ganz gelingen würde", begründete die Jury des 22. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals ihre Entscheidung. Die Schauspieler haben 35 Jahren lang in insgesamt 100 Filmen das bayerische Ermittlerduo Ivo Batic und Franz Leitmayr verkörpert. Das Erste sendete zum Osterfest die beiden letzten "Tatorte" mit Nemec und Wachtveitl. Die beiden Schauspieler haben in der beliebten Krimireihe Geschichte geschrieben: Kein anderer Ermittler trat in so vielen "Tatort"-Filmen auf. Ivo Batic war 1991 zudem die erste postmigrantische Ermittlerfigur in der Reihe. Der Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals wird seit 2019 vergeben, er wird gestiftet von der VS Sparkassen-Versicherung.

Alfonso Partisano erhält den Journalistenpreis 2026 der Diakonie Baden-Württemberg in der Kategorie Text. In einem Artikel in "Tagesspiegel" schildert er aus eigener Betroffenheit die Geschichte italienischer Gastarbeiterkinder, deren Eltern für eine begrenzte Zeit in Deutschland arbeiten wollten und ihre Kinder zu Großeltern oder in ein Internat gaben. In der Kategorie "Video" geht die Auszeichnung an Kai Diezemann und Thomas Schneider für den SWR- Beitrag "Geflüchtet und was dann? 10 Jahre 'Wir schaffen das'". Die Jury würdigte den differenzierten und ehrlichen Blick auf ein gesellschaftlich stark aufgeladenes Thema. In der Kategorie "Audio" wird Patrick Batarilo für "Die letzte Zeit. Vom Umgang mit dem Sterben" (SWR) ausgezeichnet. Die Preise in den drei Kategorien sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Zwei Kurzbeiträge erhalten jeweils 1.000 Euro: "Behindertenschule in Heilbronn schlägt Alarm" (SWR) von Ute Susanne Koboldt und "25 Jahre Babyklappe: 'Ich wurde als Baby noch vor einer Haustür abgelegt'" (Deutschlandfunk) von Susanne Babila.

Frank Elstner erhält die Ehren-DafFNE der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAFF) für sein Lebenswerk. Elstner sei einer der prägenden Fernsehpersönlichkeiten Deutschlands, sein Wirken habe über Jahrzehnte Maßstäbe für Qualität, Innovation und Menschlichkeit im Fernsehen gesetzt habe, befand die DAFF. Er habe die deutsche Fernsehlandschaft als Moderator, Produzent, Erfinder und Inspirator entscheidend mitgestaltet. Formate wie "Wetten, dass..?", "Menschen der Woche" und "Die Stillen Stars - Nobelpreisträger privat gesehen" seien untrennbar mit seinem Namen verbunden und stünden für Unterhaltung mit Haltung. "Verstehen Sie Spaß?" moderierte Elstner von 2002 bis 2009. Elstner sei "stets ein Brückenbauer zwischen Generationen, Kulturen und Genres - immer neugierig, immer zugewandt, immer respektvoll gegenüber seinem Publikum und seinen Gästen", schrieb die DAFF.

red



Zuerst veröffentlicht 09.04.2026 12:20 Letzte Änderung: 09.04.2026 12:22

Schlagworte: Medien, Personalien, Preise, Kurzmeldungen, NEU

zur Startseite von epd medien