28.04.2026 14:57
Der Ständige Ausschuss im Landtag von Baden-Württemberg hat über die Auswahl von Mitgliedern für den SWR-Rundfunkrat in der Amtsperiode von 2026 bis 2031 entschieden. Sechs entsendungsberechtigte Organisationen hatten mehr Personen benannt als Mitglieder zu entsenden sind, deshalb musste der Ausschuss die Wahl treffen. Für die Bauern- und Landfrauenverbände gehört Roswitha Geyer-Fäßler dem Gremium an, für den Landesfamilienrat, Landesfrauenrat, Landesjugendring und Landesseniorenrat sind dies Heike Baehrens, Carmen Kremer sowie erneut Alexander Strobel. Für die Hochschulen und Universitäten wurde Bastian Kaiser entsandt. Hartmut Grasmück vertritt die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Ricarda Kaiser und Lorenz Springmann vertreten die Bildungsverbände und Marc-Oliver Hendriks den Deutschen Bühnenverein und Deutschen Komponistenverband. Durch die Novelle des SWR-Staatsvertrags werden dem SWR-Rundfunkrat ab September 2026 nicht mehr 74 Mitglieder angehören, sondern nur noch 57.
Julia Morein hat ab sofort als Chief Product Officer (CPO) die zentrale Verantwortung für die digitalen Produkte der Rheinische Post Mediengruppe. Die Personalentscheidung sei "im Zuge des weiteren Wachstums nach der kürzlich vollzogenen Übernahme der Westfälischen Medien Holding AG" getroffen worden, teilte die Gruppe mit. Ziel sei es, die digitalen journalistischen Angebote der gruppenweit konsequent weiterzuentwickeln. Morein führt bereits seit 2023 das Team "Subscription & Product Experience" innerhalb der RP Digital GmbH (RPD), der zentralen Digitaleinheit der Mediengruppe. In ihrer erweiterten Rolle als CPO verantwortet sie nun die gesamte digitale Produktlandschaft der Rheinische Post Mediengruppe, zu der nach dem Kauf der Westfälischen Medien Holding nun unter anderem auch die "Westfälischen Nachrichten" und die "Münstersche Zeitung" gehören.
Der Evangelische Pressedienst (epd) in Bayern hat seine langjährige Nürnberg-Korrespondentin Jutta Olschewski (63) in den Ruhestand verabschiedet. Karsten Frerichs, Chefredakteur der epd-Zentralredaktion in Frankfurt am Main, würdigte Olschewskis Arbeit für die Agentur. Sie sei ihr ganzes Berufsleben "voller Neugier auf Menschen zugegangen" und habe die "Lust an der guten Geschichte" nie verloren. Sie verkörpere damit die Stärke des epd, die in der regionalen Verankerung liege. Die Qualität des epd hänge maßgeblich von seinen mehr als 30 Standorten bundesweit ab. Olschewski war seit 2010 für den epd von Nürnberg aus für große Teile Mittelfrankens zuständig. Zuvor war sie bereits von 1997 bis 2002 und dann wieder von 2007 bis 2010 als Augsburg-Korrespondentin für die Nachrichtenagentur tätig. Der epd-Landesdienst berichtet als Teil der bundesweiten epd-Arbeitsgemeinschaft aus dem Gebiet der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), das deckungsgleich mit dem Freistaat Bayern ist.
Karsten Günther leitet künftig die Abteilung Redaktion und Programm-Management der ARD Degeto. Er folgt auf Christoph Pellander, der die Geschäftsführung des ARD-Tochterunternehmens übernehmen wird, das unter anderem Fiction-Produktionen verantwortet. Nach Unternehmensangaben stellte Pellander die strategischen Kompetenzen seines Nachfolgers heraus, "insbesondere mit Blick auf Streaming, neue Erzählformen und die Ansprache jüngerer Zielgruppen". Günther verantwortete bei seinem vorigen Arbeitgeber, der Bavaria Fiction, etwa ie ZDFneo-Serie "Was wir fürchten". Nach seinem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München arbeitete er unter anderem bei Lionsgate Entertainment in Los Angeles und im Digitalbereich der Axel Springer SE.
Die "Beatrice Egli Show" wird nicht fortgesetzt. Über den SWR teilte die Schweizer Schlagersängerin mit, sie wolle sich nach acht Ausgaben der Show neuen Vorhaben widmen. SWR, SRF und Kimming Entertainment produzierten seit 2022 jährlich zwei Ausgaben mit Egli, die als Gewinnerin der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" Bekanntheit erlangte. SWR und Das Erste strahlten die Sendung aus.
Der Radio-Moderator Rik De Lisle ist tot. Wie der private Hörfunksender Berliner Rundfunk 91,4 mitteilte, starb die weit über Berlin hinaus bekannte Moderator am 30. März im Alter von 79 Jahren im Kreis seiner Familie. "Mit seiner unverwechselbaren, lässigen Art zu moderieren, seinem deutsch-amerikanischen Sprachstil und seinen beliebten Musikgeschichten" habe De Lisle die Radiolandschaft über Jahrzehnte auf ganz eigene Weise geprägt. Bis Dezember 2025 sei er noch täglich beim Berliner Rundfunk 91.4 mit einer eigenen Show zu hören gewesen. Der 1947 in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin geborene Rik De Lisle startete seine Karriere beim US-Soldatensender AFN. Ende der 1970er Jahre kam er nach West-Berlin. Seitdem war er bei verschiedenen Sendern unter Vertrag und wurde als "Alter Ami" zur berühmten Radio-Legende.
Peter Scheinpflug übernimmt die Professur für Medienwissenschaften an der ifs Internationale Filmschule Köln. Scheinpflug studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Deutsche Philologie und Soziologie in Köln und Saint Louis. Zuletzt arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Mannheim. Der Medienwissenschaftler forscht zum Genrefilm, zu Christoph Schlingensief sowie zu einer Mediengeschichte der Sinne. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 durch die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen bildet die Kölner Internationale Filmschule Studierende für Berufe in audiovisuellen Medien aus.
Die Journalistin Anja Reich-Osang hat nach fast 30 Jahren die "Berliner Zeitung" verlassen. Die in Ost-Berlin geborene Journalistin schrieb Anfang April auf Facebook: "Ich war Lokalreporterin, Magazin-Chefin, Korrespondentin in New York und Tel Aviv und Chefin des Dossiers. Es war eine wunderbare Zeit in einer einzigartigen Redaktion. Ich habe mit großartigen Kollegen zusammengearbeitet und durch meine Interviews und Recherchen die Möglichkeit gehabt, all die Fragen zu stellen, die mich interessierten." Dabei habe sie viel gelernt, auch über sich selbst. Mit dem "tollen Beruf" sei nicht Schluss, "aber bei der 'Berliner Zeitung' ist für mich Schluss", schrieb sie. Anja Reich ist mit dem "Spiegel"-Reporter Alexander Osang verheiratet. Sie erhielt den Deutschen Reporterpreis und den Theodor-Wolff-Preis. 2019 wurde die "Berliner Zeitung" von Holger und Silke Friedrich gekauft.
Auch die Reporterin Wiebke Hollersen verlässt die "Berliner Zeitung". Die Redaktion sei für sie vor vielen Jahren die beste Journalistenschule gewesen, die sie sich hätte vorstellen können, schrieb sie auf Linkedin. Vor fünf Jahren sei sie zurückgekommen, um als Reporterin zu arbeiten. Die ebenfalls in Ost-Berlin geborene Hollersen volontierte bei der "Berliner Zeitung", arbeitete danach für den "Spiegel" und die "Welt am Sonntag". 2021 kehrte sie zur "Berliner Zeitung" zurück, war verantwortlich für das Ressort Berlin und schrieb für das Dossier. Zudem ist sie auf Radioeins vom RBB und bei NDR Info als Kommentatorin zu hören.
Die Sächsische Landesmedienanstalt fördert erstmals Projekte, die Medienkompetenzangebote für Menschen mit psychischen Belastungen entwickeln und umsetzen. Auf die Förderung bewerben können sich medienpädagogisch tätige Initiativen und Einrichtungen sowie psychosoziale Träger in Sachsen, die gemeinsam ein entsprechendes Angebot erarbeiten, wie die Medienanstalt mitteilte. Im kommenden Förderzeitraum 2026/27 stehen jeweils bis zu 15.000 Euro zur Verfügung. Mit der aktuellen Förderung sollen Menschen mit psychischen Belastungen angesprochen werden, die Medien auf vielfältige Weise für ihre Information und Unterhaltung nutzen und die sich potenziell offen für unterstützende Bildungsangebote zeigen.
Die Funke Mediengruppe in Essen hat eine eigene Aus- und Weiterbildungseinrichtung für ihre Journalisten gegründet. Die "Jakob-Funke-Akademie für Journalismus" werde 2027 zunächst für alle Redakteure und Volontäre der Regionalmedien die Ausbildungs- und Qualifikationsprogramme übernehmen, teilte die Mediengruppe mit. Bislang wurden die Volontäre in externen Seminaren ausgebildet. Leiter der Akademie wird Alexander Marinos, bislang stellvertretender Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) und künftig Chefredakteur Aus- und Weiterbildung der Funke Regionalmedien. Die neue Akademie ist den Angaben zufolge künftig für die Ausbildung der Volontäre, Weiterbildung der Redakteure und das Coaching der redaktionellen Führungskräfte zuständig. Im Fokus stehe neben der klassischen Aus- und Weiterbildung die Vermittlung von Fähigkeiten, um die digitale Transformation der Marken zu beschleunigen.
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) schafft rund 30 Stellen im digitalen Bereich. Die Investitionen fließen in die Bereiche soziale Medien, Leserdialog, Audio und Video, wie die FAZ mitteilte. Entstehen sollen etwa neue Video-Formate und zusätzliche Podcasts. FAZ-Herausgeber Carsten Knop sagte: "Wir wollen unsere digitalen Angebote noch klarer auf Nutzen und Relevanz für unsere Leser ausrichten." Zugleich erreiche Journalismus vor allem jüngere Menschen "zunehmend über Video, Audio und soziale Plattformen". Die Zeitung will zudem ihren Einsatz von Künstlicher Intelligenz und ihre Expertise dafür ausbauen, auch jenseits von redaktionellen Tätigkeiten.
Angesichts weltweiter Kriege, Krisen und Konflikte haben der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und die "Tagesschau" ein neues Format für junge Menschen entwickelt. "Stabile Zeitenlage" soll künftig über Tiktok und Youtube komplexe sicherheitspolitische Themen verständlich erklären, wie der NDR mitteilte. "Gerade für eine jüngere Zielgruppe schafft das Format verlässliche Orientierung in einer zunehmend komplexen Weltlage", sagte Sara Maria Manzo, Leiterin der Unit Digitales Video bei ARD-Aktuell. Die erste Folge rekonstruiere zum Beispiel den ersten Tag des Iran-Krieges. Neue Beiträge seien alle zwei Wochen auf dem Youtube-Kanal der "Tagesschau" und in der ARD-Mediathek zu sehen. Auf dem "Tagesschau"-Tiktok-Kanal und in der "Tagesschau"-App sei wöchentlich ein journalistisches Kurzformat geplant. Hier würden sicherheitspolitische Fragen in unter zwei Minuten beantwortet.
Die dpa Picture-Alliance bietet ihren Kunden seit April mehr Videos an. Mit dem Ausbau des Bewegtbildangebots reagiere die Bildtochter der dpa "auf die wachsende Nachfrage nach professionellen, flexibel einsetzbaren Videoinhalten für redaktionelle Berichterstattung und Unternehmenskommunikation", teilte die Bildagentur mit. Zum Angebot gehören auch Videos von Partneragenturen wie Evangelischer Pressedienst (epd), Anadolu, Sipa USA, Euroluftbild oder Imagebroker. Die Videos sollen Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur sowie Sport und Unterhaltung abdecken.
ProSiebenSat.1 hat das Nordamerika-Geschäft seines Tochterunternehmens Studio71 an den US-Konzern Fixated verkauft. Studio71 vermarktet unter anderem Influencer und Podcasts in den USA. Die Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind nach Unternehmensangaben nicht von dem Verkauf betroffen, der die Umsatzprognose von ProSiebenSat.1 für das laufende Jahr senkt. Zum erzielten Erlös will sich der Medienkonzern nicht äußern.
Am 27. April startet die ARD ihr senderübergreifendes Beteiligungsprojekt "Deine Meinung zählt!". In Fernsehen, Radio und im Digitalen spielen die ARD-Sender dann die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema "Gerechtigkeit" aus. Für diese erste Ausgabe sind Bürger und Bürgerinnen aufgerufen, ihre Meinungen und Erfahrungen zu strittigen Fragen zu teilen, etwa zum Sparen an Sozialleistungen oder zur Besteuerung von Vermögenden. Ergänzt wird das Beteiligungsprojekt durch eine repräsentative Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts. Die Redaktionen der Sender können die Ergebnisse in ihrem Programm aufgreifen. Für 2026 sind bereits zwei weitere Ausgaben geplant.
Correctiv und fünf weitere europäische Organisationen haben in Brüssel eine gemeinsame Initiative gegen Desinformation ins Leben gerufen. Unter dem Namen "POP" wollen sie Medienbildungsangebote in Deutschland, Italien, Kroatien und Spanien insbesondere in ländlichen Gebieten und für ältere Menschen schaffen. Ab kommendem Jahr sollen Pop-Up-Events diese Zielgruppen erreichen, mit unterhaltsamen Workshops und mit Fortbildungen für Multiplikatoren. Mit der Zusammenarbeit reagiere Correctiv auf die rückläufige Verbreitung von Lokalzeitungen, hieß es. Älteren mangele es vor allem an Kompetenz bei digitaler Desinformation und KI-Fakes.
Der Kindersender Kika hat eine neue App für Smart-TVs zur Verfügung gestellt, die als eines der ersten Angebote auf dem System StreamingOS von ARD und ZDF beruht. Die App soll eine kindgerechte Bedienbarkeit sowie ein sicheres Umfeld bieten. Bei StreamingOS handelt es sich um ein Open-Source-Betriebssystem, auf dem künftig alle Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen ausgespielt werden sollen. Nach Angaben des Kik-Programmgeschäftsführers Roman Twork bringt der Kinderkanal die Sichtweisen von Eltern und Kindern in die Entwicklung der technischen Plattform ein.
Seit Jahrzehnten präsentiert das Sandmännchen im Fernsehen Gute-Nacht-Geschichten für Kinder- nun soll es per Hörspiel eine weibliche Figur zur Seite bekommen. Nach Angaben des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) steht der neue Kinderpodcast "Mimi Sandmädchen" seit dem 24. April über "ARD Sounds" zur Verfügung. "Mimi Sandmädchen" werde dort für die kleinen Pausen im Alltag lustige und musikalische Abenteuer für die Kleinsten präsentieren. Das Angebot richtet sich an Kinder ab zwei Jahren. Eine zweite Staffel ist in Planung.
Die Deutsche Welle ist mit einem ukrainischsprachigen Podcast über Europapolitik auf Sendung gegangen. Unter dem Titel "Brüssel ruft" sprechen die Brüsseler Korrespondentinnen Xenia Polska und Victoria Vlasenko mit Politikern und Expertinnen. Der Podcast soll beleuchten, wie europäische Politik entsteht und was EU- und Nato-Entschiedungen für ukrainische Bürger bedeuten. Damit will der Auslandssender eine Informationslücke für Ukrainer schließen, die sich den Angaben zufolge verstärkt über Europapolitik informieren wollen.
Der Deutsche Radiopreis wird in diesem Jahr im Hamburger Hafen verliehen. Hörfunkschaffende aus der gesamten Republik treffen sich dazu am 10. September im Theater an der Elbe, wie der NDR mitteilte. Im Wettbewerb um die Auszeichnung könne jeder eigenständige deutsche Radiosender vom 15. April bis zum 15. Mai seine Favoriten einreichen. Voraussetzung für die Teilnahme sei, dass die Leistungen zwischen dem 16. Mai 2025 und dem 15. Mai 2026 in Deutschland veröffentlicht wurden. Wer die Preise erhält, entscheidet eine unabhängige Jury. Deren Mitglieder beruft das Grimme-Institut. Der Deutsche Radiopreis wird seit 2010 verliehen. Stifter sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die privaten Radiosender in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die Radio-Vermarkter RMS und ARD Media.
Die Vertretung von unabhängigen Produktionsfirmen in Film, Streaming und Fernsehen Prog - Producers of Germany und die Berufsvereinigung Filmton (bvft) haben sich dem Verhaltenskodex Respect Code Film angeschlossen. "Prävention ist der Kern, um Missbrauch oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu verhindern", erklärte die Prog-Vorständin Britta Strampe. Nach Angaben der Produktionsallianz, die den Kodex mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Bundesverband Schauspiel initiiert hat, wendet er sich "gegen jede Form von respektlosem Verhalten, Belästigung, Gewalt, Diskriminierung oder anderes Fehlverhalten und schreibt branchenweite Grundsätze für sicheres Arbeiten und einen respektvollen Umgang bei jeder Art von Film- und Fernsehproduktion fest". Auch ARD, ZDF, Netflix und der Privatsenderverband Vaunet zählen zu den Unterzeichnern.
Der Deutschlandfunk baut "Nachrichtenleicht", sein Nachrichtenangebot in Einfacher Sprache aus. Seit dem 7. April informiert von Montag bis Freitag ein Podcast in rund fünf Minuten über die Nachrichten des Tages aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Sport. Bisher bietet das Hörfunkprogramm nur einen Podcast-Wochenrückblick in Einfacher Sprache. Mit dem Ausbau von "Nachrichtenleicht" reagiere die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks auf einen vielfach geäußerten Publikumswunsch und das steigende Interesse der Zielgruppe an tagesaktuellen Nachrichten, teilte Deutschlandradio mit. Das Angebot richte sich an Menschen mit Lern- oder Leseschwächen, kognitiven Beeinträchtigungen oder geringen Deutschkenntnissen sowie an Schulen.
Fans der Sendereihe "Eisenbahn-Romantik" haben mehr als 32.000 Unterschriften gesammelt und diese am 8. April an SWR-Intendant Kai Gniffke überreicht, um gegen die Einstellung der Sendung zu protestieren. Die 32.667 Unterschriften seien ein "mehr als deutliches Signal an den SWR", teilten die Initiatoren mit. Der Sender hatte im vergangenen Jahr im Zuge seiner Sparpläne angekündigt, dass für die Sendereihe mit bisher mehr als 1.000 Folgen keine neuen Folgen mehr produziert würden. Die Initiatoren der Petition, Hagen von Ortloff, Ulrich Klumpp und Jürgen Oßwald, kritisierten den Umgang mit dem digitalen Archiv: Der Youtube-Kanal "Eisenbahn-Romantik" sei eingestellt worden. Dadurch seien zahlreiche historisch wertvolle Filme nicht mehr öffentlich zugänglich. Der Verweis auf die sendereigene Mediathek und andere Kanäle greife zu kurz. Dort sei nur ein Bruchteil der wertvollen Filme verfügbar. Von Ortloff hat die Sendereihe von 1991 bis 2015 moderiert.
Das Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK) in Leipzig bekommt eine neue Führung. Ab Mai übernimmt die stellvertretende Direktorin des Instituts für Digitales Lehren und Lernen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig, Gabriele Hooffacker, die Leitung des EIJK. Sie folgt auf den Journalistik-Professor Michael Haller, der das Forschungsinstitut seit seiner Gründung 2003 als wissenschaftlicher Direktor leitete und sich altersbedingt zurückzieht, wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mitteilte. Die Medienstiftung fördert das EIJK finanziell und stellt Räume zur Verfügung. Hooffacker gründete 1999 die Münchner Journalistenakademie, die sie bis 2013 leitete. Als Journalistin arbeitete sie für Online-Portale, Fachzeitschriften und Publikumsmagazine und veröffentlichte mehr als 50 Sachbücher zu Journalismus, Medien und Internet. 2013 erhielt sie den Ruf an die HTWK Leipzig, von 2020 bis 2025 war sie Mitglied des Hochschulrats. Sie ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie in der Jury des Alternativen Medienpreises. Mit Horst Pöttker und weiteren gibt sie seit 2018 die Zeitschrift "Journalistik - Zeitschrift für Journalismusforschung" heraus.
Die World Press Photo Foundation hat die Gewinner ihres jährlichen Fotowettbewerbs bekannt gegeben. Wie die Stiftung in Amsterdam mitteilte, schoss Carol Guzy das Pressefoto des Jahres für die US-Tageszeitung "Miami Herald". Es zeigt, wie Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE einen ecuadorianischen Familienvater nach einer gerichtlichen Anhörung gewaltsam von dessen Frau und Töchtern trennen. In die engere Auswahl kam auch eine Aufnahme von Saber Nuraldin aus dem Gazastreifen, die einen mit Mehl beladenen Hilfstruck zeigt, der unter einer Menschenmenge vergraben ist; außerdem das Foto einer Frau, die während des guatemaltekischen Bürgerkriegs zum Opfer systematischer Vergewaltigungen an Frauen der Ethnie Maya Achi wurde. Die Fotografie von Victor J. Blue zeigt sie nach einem Urteilsspruch, der ihr und anderen Klägerinnen nach einem 14-jährigen Verfahren recht gibt. Die Jury kürte auch Gewinner für einzelne Weltregionen.
Der Kameramann Torsten Breuer bekommt in diesem Jahr den Ehrenpreis des Deutschen Kamerapreises. Er verbinde "stilistische Vielfalt mit technischer Meisterschaft und trägt maßgeblich zur Wirkung zahlreicher preisgekrönter Filme", erklärte das Kuratorium des Preises. Er habe mehr als 40 Film- und Fernsehproduktionen seine "einzigartige filmische Ästhetik verliehen". Breuer war etwa für die Bildgestaltung von Kinofilmen wie "Napola", "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" oder "Türkisch für Anfänger" verantwortlich. Er wurde 1954 auf Norderney geboren und studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. 2011 wurde er bereits mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet, damals für seine Arbeit am Kinofilm "Jerry Cotton". Die Verleihung des 36. Deutschen Kamerapreises ist für den 8. Mai in Köln unter Federführung des WDR geplant.
Die langjährigen "Tatort"-Schauspieler Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl erhalten in diesem Jahr den Ehrenpreis für besondere Verdienste um den deutschen Fernsehkrimi. Der Preis wird nach Angaben des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals am 3. Mai in Wiesbaden vergeben. "Man glaubte diesen lebensklugen Männern, dass sie die Welt besser machen wollten und doch wussten, dass es nie ganz gelingen würde", begründete die Jury des 22. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals ihre Entscheidung. Die Schauspieler haben 35 Jahren lang in insgesamt 100 Filmen das bayerische Ermittlerduo Ivo Batic und Franz Leitmayr verkörpert. Das Erste sendete zum Osterfest die beiden letzten "Tatorte" mit Nemec und Wachtveitl. Die beiden Schauspieler haben in der beliebten Krimireihe Geschichte geschrieben: Kein anderer Ermittler trat in so vielen "Tatort"-Filmen auf. Ivo Batic war 1991 zudem die erste postmigrantische Ermittlerfigur in der Reihe. Der Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals wird seit 2019 vergeben, er wird gestiftet von der VS Sparkassen-Versicherung.
Alfonso Partisano erhält den Journalistenpreis 2026 der Diakonie Baden-Württemberg in der Kategorie Text. In einem Artikel in "Tagesspiegel" schildert er aus eigener Betroffenheit die Geschichte italienischer Gastarbeiterkinder, deren Eltern für eine begrenzte Zeit in Deutschland arbeiten wollten und ihre Kinder zu Großeltern oder in ein Internat gaben. In der Kategorie "Video" geht die Auszeichnung an Kai Diezemann und Thomas Schneider für den SWR- Beitrag "Geflüchtet und was dann? 10 Jahre 'Wir schaffen das'". Die Jury würdigte den differenzierten und ehrlichen Blick auf ein gesellschaftlich stark aufgeladenes Thema. In der Kategorie "Audio" wird Patrick Batarilo für "Die letzte Zeit. Vom Umgang mit dem Sterben" (SWR) ausgezeichnet. Die Preise in den drei Kategorien sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Zwei Kurzbeiträge erhalten jeweils 1.000 Euro: "Behindertenschule in Heilbronn schlägt Alarm" (SWR) von Ute Susanne Koboldt und "25 Jahre Babyklappe: 'Ich wurde als Baby noch vor einer Haustür abgelegt'" (Deutschlandfunk) von Susanne Babila.
Frank Elstner erhält die Ehren-DafFNE der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAFF) für sein Lebenswerk. Elstner sei einer der prägenden Fernsehpersönlichkeiten Deutschlands, sein Wirken habe über Jahrzehnte Maßstäbe für Qualität, Innovation und Menschlichkeit im Fernsehen gesetzt habe, befand die DAFF. Er habe die deutsche Fernsehlandschaft als Moderator, Produzent, Erfinder und Inspirator entscheidend mitgestaltet. Formate wie "Wetten, dass..?", "Menschen der Woche" und "Die Stillen Stars - Nobelpreisträger privat gesehen" seien untrennbar mit seinem Namen verbunden und stünden für Unterhaltung mit Haltung. "Verstehen Sie Spaß?" moderierte Elstner von 2002 bis 2009. Elstner sei "stets ein Brückenbauer zwischen Generationen, Kulturen und Genres - immer neugierig, immer zugewandt, immer respektvoll gegenüber seinem Publikum und seinen Gästen", schrieb die DAFF.
red
Zuerst veröffentlicht 09.04.2026 12:20 Letzte Änderung: 29.04.2026 09:15
Schlagworte: Medien, Personalien, Preise, Kurzmeldungen, NEU
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