Trauer um Schauspieler Mario Adorf - epd medien

09.04.2026 13:16

Der Schauspieler Mario Adorf habe "Zeit und Raum außer Kraft gesetzt", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch WDR und ZDF trauern um den verstorbenen Schauspieler, der in mehr als 200 Film- und Fernseh-Produktionen mitwirkte.

Der Schauspieler Mario Adorf (1930-2026)

Berlin/Frankfurt a.M. (epd). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den verstorbenen Schauspieler Mario Adorf als Ausnahmetalent gewürdigt. "In seinen zahlreichen Rollen hat Mario Adorf uns Stärken und auch Schwächen des Menschen nahe gebracht - mit großer Intensität und sehr viel Feingefühl", erklärte Steinmeier am Donnerstag in Berlin. Auch das ZDF und der WDR trauern um Adorf, der in zahlreichen Rollen in Fernsehspielen und Serien zu sehen war. Der Schauspieler ist nach Angaben seines Managements am Mittwoch im Alter von 95 Jahren gestorben.

Adorf habe seine Figuren "zum Leuchten" gebracht und ein Mitempfinden auch mit "Schurken und Bösewichtern" ausgelöst, sagte Steinmeier. Als einer der bedeutendsten deutschen Schauspieler auf der Bühne und im Film habe er "das kulturelle Leben weit über unser Land hinaus bereichert". Wenn der Künstler die Szenerie betreten habe, seien "Zeit und Raum außer Kraft gesetzt" worden.

Schauspieler von außergewöhnlicher Präsenz

ZDF-Intendant Norbert Himmler würdigte Adorf als Schauspieler "von außergewöhnlicher Präsenz und Tiefe". Er habe Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern geprägt. Sein Werk habe "weit über einzelne Rollen hinausgewirkt und ist fest im kollektiven Gedächtnis verankert". WDR-Intendantin Katrin Vernau sagte: "Er hat uns unzählige magische Kino- und Fernseherlebnisse geschenkt." Er habe zahlreiche Fernsehproduktionen entscheidend geprägt.

Mario Adorf, der am 8. September 1930 in Zürich geboren wurde, wirkte in mehr als 200 Fernsehfilmen, Serien und Kinofilmen mit und wurde mit zahlreichen bedeutenden Preisen geehrt. Der in Mayen in der Eifel aufgewachsene Schauspieler studierte Theaterwissenschaften und wirkte früh in deutschen und internationalen Filmen mit. Bekannt wurde er 1957 durch die Rolle des Massenmörders Bruno in Robert Siodmaks "Nachts, wenn der Teufel kam".

"Er hat die Menschen bewegt"

Zu seinen unvergessenen Rollen gehören Auftritte in Fernsehfilmen und Serien wie "Die zwölf Geschworenen" (ZDF), "Via Mala" (ZDF) "Kir Royal" (ARD/WDR), "Der große Bellheim" (ZDF), "Die Affäre Semmeling" (ZDF) und "Der Schattenmann", aber auch die als Bösewicht Santer in "Winnetou". In den 70er Jahren wirkte er mit in Filmen von Volker Schlöndorff und Rainer Werner Fassbinder.

Auch der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, würdigte Adorf. Er habe zu den "beliebtesten und international bekanntesten deutschen Schauspielern gehört: "Als Charakterdarsteller hat er eine große Ausdruckskraft und Wandlungsfähigkeit bewiesen und die Menschen bewegt." Er sei auch ein ausgezeichneter Entertainer und erfolgreicher Autor gewesen.

"Star ohne Allüren"

Adorf wurde 1996 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz gewürdigt. Er erhielt außerdem unter anderem das Filmband in Gold, den Ernst-Lubitsch-Preis, den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis und den Bambi.

2024 wurde der Schauspieler mit dem Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises in Köln ausgezeichnet. Er konnte den Preis allerdings nicht selbst entgegennehmen. In der Begründung hieß es, Adorf sei ein einzigartiger Künstler, der "mit seiner immer wieder überwältigenden darstellerischen Kraft die Schauspielkunst im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus nachhaltig geprägt" habe. Der damalige WDR-Intendant Thomas Buhrow sagte, Adorf sei "immer ein Star ohne Allüren" geblieben. Die Glaubwürdigkeit, mit der er seine Figuren in Szene setzte, machten "seine Strahlkraft und seinen großen Erfolg aus".

infobox: Das ZDF ändert sein Programm und zeigt unter anderem am 9. April um 22.15 Uhr das Porträt "Mario Adorf - Ein Leben". Im ZDF-Streaming-Portal ist außerdem der erste Teil von "Winnetou" abrufbar. Am 10. April zeigt das ZDF um 0.30 Uhr "Terra X History: Mario Adorf - eine deutsche Filmlegende" sowie am 11. April um 13.40 Uhr die Komödie "Krokodil". Die ARD zeigt am 9. April um 22.50 Uhr "Mario Adorf - Böse Rollen sind die guten Rollen", am 10. April "Der letzte Patriarch" und am 11. April "Einmal Sohn, immer Sohn". Das WDR Fernsehen zeigt am 12.April um 22.45 Uhr "Altersglühen - Speed Dating für Senioren".

dir/cne



Zuerst veröffentlicht 09.04.2026 15:16 Letzte Änderung: 09.04.2026 16:35

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Personalien, NEU

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